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Buchvorstellung "Seele in Flammen"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  28-01-2018 17:00 28-01-2018 17:00 92  Gelesen 92 Gelesen
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"Seele in Flammen" Ein fiktives Endzeitdrama Nika Hemoger.



Was wäre, wenn morgen plötzlich die Welt nicht mehr so wäre, wie sie heute noch gewesen ist? Wenn nichts mehr so ist, wie wir es kennen? Wenn ganze Landstriche einem Flammeninferno zum Opfer fallen, Städte nur noch rauchende Trümmerhaufen und die Menschen bis auf wenige ausgelöscht sind? Wenn es selbst für die Feuerwehr nichts mehr zu retten gibt außer dem eigenen Leben? Sie denken, reine Fiktion, so schlimm wird es schon nicht kommen. Stimmt, solche Szenarien verdrängen wir am liebsten. Was aber, wenn der Samen für ein solches Armageddon längst in der Welt ist? Wenn Menschen, beseelt von der Macht des Bösen, längst genau solche Pläne schmieden, weil sie die Mittel dazu haben und genau mit diesen Mitteln darauf hinarbeiten, diese in die Hände zu bekommen? Das Böse kennt viele Wege, es ist ausdauernd und beharrlich und weiß sich sehr gut zu tarnen. Es ist daher keineswegs auszuschließen, dass eines Tages unausdenkbare Dinge geschehen werden. Zwischen Gut und Böse steht nur die unermüdliche Einsatzbereitschaft der vielen guten Geister der Feuerwehren und Rettungsdienste, die mutig und beherzt ihr Leben aufs Spiel setzen.

Es ist Vorweihnachtszeit. Die siebzehnjährige Terry ist in der Stadt unterwegs, um ihre Einkäufe für das bevorstehende Fest zu erledigen. Sie steht vor einem Fahrstuhl und fragt sich, einsteigen oder die Treppe nehmen? In diesem Moment entscheidet sich, ob sie die nächsten Minuten überleben wird.



Leseprobe:



Die Uhr zeigte wenige Minuten vor zwölf an. Mit drei Einkaufstüten bepackt überlegte die siebzehnjährige Terry gerade, ob sie sich der wartenden Schlange am Aufzug anschließen oder doch lieber das Treppenhaus nehmen sollte. Wie auf Kommando kündigte ein leises „Pling!“ die Ankunft eines Fahrstuhls an, die Tür öffnete sich und ein Schwall Menschen strömte ihr entgegen. Noch immer löste der Gedanke, in einen Aufzug zu steigen, eine Panik in ihr aus. Terry trat einen Schritt zurück. Lange Zeit hatte sie Alpträume gehabt, in denen sie immer wieder mit einem Fahrstuhl in die Tiefe stürzte, in eine unbekannte, bodenlose Tiefe. Seit dem Tod ihrer Eltern aber hatte sie sich wieder im Griff und auch diese Träume hatten nachgelassen. Was war nur heute mit ihr los?
Wie jedes Jahr hatte sich ihre Tante voller Vorfreude auf die Adventszeit vorbereitet. Sie hatte liebevoll allerlei Kekse und ihre traditionellen Zimtschnecken gebacken und die Wohnung geschmackvoll mit Tannenzweigen dekoriert. Und die Küche roch vorweihnachtlich nach Orangen, Nelken und Zimt. Auch die Stadt war geschmückt und auf den Straßen, zwischen den Ständen des Weihnachtsmarktes und in allen Geschäften herrschte reges Treiben. Ein verkleideter Nikolaus stampfte Glöckchen läutend die Straße auf und ab. Weihnachten war schön, aber dieses Jahr war ihr alles zu laut und zu hektisch. Dennoch freute sie sich, endlich alle Geschenke für das kommende Weihnachtsfest beisammen zu haben, sogar die hand-getöpferte Vase für ihre Großmutter. Terry fröstelte und auf ihrer Stirn bildete sich Schweiß. Da war wieder diese Vorahnung! Der Schweiß lief ihren Rücken runter und gleichzeitig kroch die Angst ihren Nacken empor. Sie hasste es, wenn diese Unruhe sie überfiel. Aus irgendeinem Grund machte ihr der Aufzug heute besonders viel Angst und sie wandte sich in Richtung Treppenhaus, als lautes Sirenengeheul zu hören war. Übelkeit überkam sie. Sie nahm ihr Handy aus der Tasche und wählte. Sekunden vergingen, dann meldete sich eine Stimme: „Theresa?“
So nannte sie nur ihre Großmutter, dachte sie und schluchzte.
„Theresa, was ist los?“, fragte die Stimme am anderen Ende der Leitung. Terry zögerte, sie wusste keine Antwort. Sie machte drei weitere Schritte in Richtung Treppenhaus, als der Boden unter ihr wie unter einer weit entfernten, schweren Explosion zu erzittern begann. Das Beben schien aus keiner bestimmten Richtung zu kommen, es war überall. Ein Erdbeben? Die wartenden Menschen schauten mit verängstigten Gesichtern, unschlüssig, was sie tun sollten. Dann, als sich der Boden unter ihren Füßen bewegte, geriet die Menge in Panik und vor Terrys entsetzten Augen stürzte ein großer Teil der Decke auf alle vor dem Fahrstuhl wartenden Menschen. Nur einen Augenblick später krachte eine komplette Wand des Einkaufszentrums in einer Wolke aus Staub und Trümmern in sich zusammen.
Terry stand starr vor Entsetzen. Noch immer hielt sie ihr Handy in der Hand. Mit aufgerissenen Augen stand sie unfähig zu irgendeiner Bewegung vor der Tür zum Treppenhaus. Die Luft war angefüllt mit einem furchtbaren Donnern, in das sich das Klirren von zerbrechendem Glas und das Krachen von einstürzenden Mauern mischten. Sie rührte sich nicht vom Fleck und zitterte mit offenem Mund. Nichts ließ sich mit dem vergleichen, was sie jetzt sah: das Gebäude schwankte, überall prasselten Steine, Zementbrocken und Metallteile von den oberen Stockwerken herab. Menschen schrien in hilfloser Panik. Das Getöse war kaum zu ertragen, aber noch schlimmer war das lähmende Entsetzen, das sich in Terry ausbreitete. Was geschah hier? Sie musste träumen! Das konnte gar nicht echt sein. Plötzlich packte sie jemand an der Schulter und zog sie ins Treppenhaus. Wie durch einen Nebel nahm sie wahr, dass star-ke Arme sich um sie legten und mit lautem Wimmern vergrub sie sich in diese schützenden, unbekannten Arme. Der Lärm und die Zerstörung setzten sich endlos lange fort. Terry fiel in die Tiefe und hörte sich selbst aufschreien. Das Letzte, woran sie sich erinnern konnte, waren die vielen entsetzlichen Todes-schreie, die ihr bis ins Mark drangen, als das Gebäude endgültig aufgab und einstürzte.

Er faltete grinsend die Zeitung zusammen und legte sie ordentlich auf den Tisch neben sich. Alles was im Fernsehen lief, im Radio gesendet und in den Zeitungen stand, waren Schreckensbilder, aber nur Ahnungen dessen, was sie tatsächlich erwartete. Als ob sich alles nur um Religion, die USA oder gar die Weltpolitik drehen würde. Er schüttelte unbewusst den Kopf. Sollten sie nur noch eine Weile Angst schüren. Er war Mediziner, aber vor allem Wissenschaftler. Er, Dr. Damon Bormann. Er und sein Team hatten ein großes Ziel. Die Elite der Welt arbeitete schon so lange an diesem ihrem Ziel. Gut, er war Mitglied der Elite, doch er teilte viele ihrer Grundsätze nicht. Sein Ziel war es, die Erde zu retten! Manch andere würden vielleicht behaupten, er spiele Gott. Nun, er war nicht Gott, eher ein Helfer. In gewisser Weise war er ein Engel. Er schmunzelte über diesen Gedanken. Doch selbst ein wohlwollender Gott setzte bisweilen Gewalt und Zerstörung ein, um seinem Willen Nachdruck zu verleihen. Schon mit der Sintflut setzte er den Menschen ein Zeichen. Auch in der Offenbarung hieß es: Und der erste Engel blies seine Trompete. Und es entstand ein Ha-gel und Feuer, mit Blut vermischt, und es wurde zur Erde ge-schleudert und ein Drittel der Erde wurde verbrannt, ein Drittel der Bäume wurde verbrannt, und die ganze grüne Pflanzenwelt wurde verbrannt.
Zuerst würden der Schmerz kommen und die Verluste! Um die Weltordnung zu bewahren, mussten Opfer gebracht werden! Am Ende aber würde es die Sache wert sein. Seine Philosophie würde den Menschen die Möglichkeit geben, in Freiheit und in Harmonie miteinander zu leben. Er lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. Nun, sollten doch alle glauben, Terroristen wären am Werk.
Eines Tages würden die Überlebenden zwar die Wahrheit erkennen, das ließ sich nicht vermeiden, aber dann wäre es sowieso zu spät. Pech für die Menschheit mit ihren vernichtenden Energien…. Korruption, Manipulation und Bestechung beherrschten die Welt und das alles ganz legal. Die Erde wurde schamlos missbraucht. Er würde jedenfalls nur einen kleinen Teil der Menschheit retten, damit die Erde wieder genesen konnte. Seit es Menschen gab, wurde die Macht der besseren Waffen genutzt. Die Menschen lernten einfach nichts dazu, sie würden sich unweigerlich irgendwann selbst zerstören. Die letzten Tests waren alle positiv verlaufen, es blieb nichts zurück, was zusätzliche Arbeit machte oder Krankheiten hervorrief. Damit war das Risiko der Seuchengefahr durch zu viele Leichen zu achtzig Prozent eingedämmt. Der einfachste Weg, die menschliche DNA zu verändern, ist durch einen Virus.
Infolgedessen sind Viren nicht unbedingt negativ. Er lachte kurz auf. Die Menschen wussten nicht, was wirklich auf sie zukam. Nun war es soweit, sein Virus war bereit…er würde dazu beitragen, dass es nicht zur Überbevölkerung kam. Die Entschlüsselung dieses besonderen Proteins war das Beste! Er hatte das dazugehörige Gen geklont und wieder eingefügt. Die Experimente, die er damit betrieben hatte, waren alle erfolgreich abgeschlossen und er hatte nur die Besten mitgenommen. Keiner würde sich mehr um Terroristen, irgendeinen Machthaber oder um einen Religionskrieg Gedanken machen. Sein Virus war perfekt. Er rieb sich unbewusst die Hände. Und er konnte ihn steuern. Er hatte die Kontrolle! Ärgerlich war nur, dass das syrische Lager nun die öffentliche Aufmerksamkeit auf chemische Kampf-stoffe lenkte und damit auch auf sein Projekt.
Ob nun in einem oder in zehn Jahren, sobald es eine neue Waffe gab, würde man sie - im Namen des Guten - benutzen. In den letzten Jahren hatte er seine Macht häufiger genutzt, im Sinne der Wissenschaft natürlich, unauffällig aber wirksam. Seine Auftraggeber bezahlten gut. Hier und dort mal einen Erreger, eine kleine, fast harmlose Seuche unter die Menschheit bringen und zuschauen, wie Panik aufkommt. Dass sie keinerlei Kontrolle mehr über ihr Leben haben, bemerkten sie gar nicht. Die meisten Menschen, die die kurze Krankheit mit einem Virus durchlaufen, ändern sich, haben einen neuen Beruf, eine neue Denkstruktur. Sie sind sicher in dieser Zeitperiode sehr krank, müde oder hoffnungslos. Trotzdem ist es ein Geschenk. Das Einsetzen von C-Waffen dagegen rüttelte die Öffentlichkeit auf. Das wollte er vermeiden.
Schweinegrippe, Vogelgrippe, Ehek und andere kleinere Virenstämme, mit denen er auf der ganzen Welt experimentiert hatte: alles nur kleine Übungen. Das beste Experiment war, die Inhaltsstoffe von Pflegemitteln mit manipulierten Genen zu vermischen, um mittels Hautkontakt über einen längeren Zeit-raum die DNA der Menschen zu verändern. Es dauerte leider nur zu lange. Sein Gesicht verzog sich zu einer Fratze der Heiterkeit und etwas Irres trat in seinen Blick. Es hatte ihm mehr Freude bereitet, als er zugeben mochte.
Er bewunderte seine Wissenschaftler sehr, ihre Logik und ihre Visionen. Die Genforschung hatte ihnen in den letzten Jahren einen rasanten Entwicklungssprung ermöglicht. Die Angst der Menschen vor der Genforschung war berechtigt. Vor kurzem wurde sein Virus im Labor ein weiteres Mal verbessert, indem ein Resistenzgen eingepflanzt wurde. Ja, er war stolz auf sein Team. Es war ein gutes, ein herrliches Gefühl. Es war Macht. Und diesmal hatte er die Macht. Mehr als jeder Politiker oder die Presse meinte, dass ein Mann an Macht besitzen dürfe. Der Unterschied war, ihm ging es nicht um Geld, jedenfalls jetzt nicht mehr. In den letzten fünfundzwanzig Jahren war er in vielen Geschäften tätig gewesen. Mit Hilfe seiner Intelligenz, seines scharfen Verstandes und seines Glaubens hatte er ein geheimes Netzwerk aufgebaut. Mit der besten Technologie, seinem eigenen Satelliten, den geheimsten Waffen und den ergebensten Leuten, die ihm alle Wünsche erfüllten. Naja, er wollte nicht größenwahnsinnig wirken, sie erfüllten seine Wünsche, weil er sie gut bezahlte. Schon in den Achtziger Jahren schrieb Carl Friedrich von Weizsäcker dass er keinen Zweifel daran hatte, dass die Menschheit kaum eine Chance hat, zu überleben. Der Deutsche sei absolut obrigkeitshörig, des Denkens entwöhnt, ein typischer Befehlsempfänger. Der Deutsche war ein Held vor dem Feind aber ohne jegliche Zivilcourage.
Ein angedeutetes Lächeln flog über sein Gesicht Ihm ging es nicht mehr um Geld, ihm ging es um die Menschen, die tagtäglich die Erde ausbeuteten, verseuchten und mit Füßen traten. Täglich verhungerten Hunderttausende, weil sie keine medizinische Versorgung bekamen, weil sie nichts wert waren, weil sie kein Geld besaßen. In der neuen, von ihm geschaffenen Welt würde Geld nicht mehr wichtig sein. Es würden nur die Besten überleben, die mit den außergewöhnlichsten Gaben. Er, Bormann, würde sein Werk zu Ende bringen, das stand fest. Und er würde entscheiden, wer mit ihm in diese neue Welt ginge. Alles war vorbereitet! Und es würden nur die Besten mitgehen.



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