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Buchvorstellung "Das Dienstverhältnis"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  30-12-2017 17:00 30-12-2017 17:00 18  Gelesen 18 Gelesen
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"Das Dienstverhältnis" Ein Thriller von Kim Rylee.



Mia arbeitet in einem Theater in Hamburg.
Eines Abends entdeckt sie eine Rose, die hinter dem Scheibenwischer ihres Wagens klemmt.
Anfangs ist sie von dieser Geste des heimlichen Verehrers angetan.

Doch bei der Rose bleibt es nicht ...



Leseprobe:



Die Uhr zeigte gerade 20:44, als mein Magen sich meldete. Viel hatte ich bisher nicht zu mir genommen. Auch die Verabredung mit Flo konnte ich, sehr zu meinem Bedauern, nicht einhalten. Dabei hätte mir seine Unbeschwertheit gutgetan. Essen mit Florian war wie ein Urlaub am Strand für mich. Sein sonniges Gemüt gepaart mit seiner lockeren Art ließen den Stress, der immer mehr um mich herum anwuchs, wenigstens für eine kurze Zeit ins Nirwana verschwinden. Während der Vorstellung waren technische Schwierigkeiten mit einigen Bühnenelementen aufgetreten, die erst einmal behoben werden mussten. Da Flo der Elektriker unter den Bühnentechnikern war, hatte die Arbeit ihn voll im Griff.
Ich fuhr den Computer herunter. Auf dem Weg zur Kantine kam mir Rolf entgegen.
»Mia, fährst du nicht einen Opel?«
Ich hielt inne. »Ja, schon. Warum?«
»Ist das dein brauner Opel Zafira auf dem Parkplatz?«
»Nein«, winkte ich pikiert ab. »Ich fahre einen silbernen GTC. Der Zafira ist nichts für mich«, entgegnete ich leicht entrüstet.
Rolf schüttelte verständnislos den Kopf. »Und wem gehört dann der Zafira?«
Ich zuckte mit den Achseln. »Vielleicht hat sich ein Kollege einen neuen Wagen gekauft?«
»Das wüsste ich«, schnaubte unser Pförtner.
»Stimmt.«
Wenn jemand die Autos der Mitarbeiter kannte, dann Rolf. Als alter Autoschrauber gab er den jungen Kollegen immer Tipps, wo sie günstig Ersatzteile kaufen konnten. Manchmal verkaufte er auch selbst welche, um sich so sein Gehalt etwas aufzubessern. Ob das auch immer legal war, entzog sich meiner Kenntnis. Da ich ebenfalls Nutznießerin dieses besonderen Service war, hängte ich es nicht an die große Glocke.
»Möglich, dass ein Besucher ihn einfach dort abgestellt hat, um einen Spaziergang an der Elbe zu machen.«
Unser Pförtner schürzte die Lippen. »Möglich.«

Mein GTC parkte unter einer Lampe. Es war der einzige Wagen auf dem Parkplatz. Als ich mein Auto fast erreicht hatte, stutzte ich. Was ist das? Was ist da an meinem Scheibenwischer befestigt? Ich schaute mich um. Außer mir war niemand auf dem riesigen Außenbereich. Der Großteil der Parkplatzbeleuchtung war bereits abgeschaltet worden. Wenige Lampen verteilten ein fahles Licht über den Betonboden. Schließlich erkannte ich, was es war. Jemand hatte mir eine dunkelrote Rose unter den linken Scheibenwischer geklemmt. Vorsichtig nahm ich sie in die Hand und roch daran. Sie verströmte einen herrlichen Duft. Die Blätter sahen bereits etwas erschlafft aus. Wenn sie nicht bald Wasser bekäme, wäre sie hinüber. Ich suchte noch nach einer Nachricht, konnte aber nichts finden. Schließlich stieg ich ins Auto, legte die langstielige Rose auf das Armaturenbrett, startete den Motor und fuhr los.
Ob jedes Auto so eine Rose bekommen hatte?

Ich fuhr den Ellerholzdamm entlang. Am Ende der Straße sprang die Ampel gerade auf Rot um.
»Oh nein! Diese Ampel macht mich noch wahnsinnig. Um diese Zeit fahren hier keine Autos mehr. Wieso schalten sie das blöde Ding nicht einfach ab? Es gibt doch Verkehrsschilder, die alles regeln.« Verärgert hämmerte ich mit den Fäusten auf das Lenkrad ein, ich regte mich weiterhin künstlich auf. Die Ampel einfach zu überfahren, wagte ich nicht. Beim letzten Mal hatte es mir zweihundert Euro Strafe und zwei Punkte in Flensburg sowie einen Monat Fahrverbot eingebracht. Wo sich die Polizei damals versteckte, vermag ich bis heute nicht zu sagen. Ein weiteres Mal wollte ich das Risiko nicht eingehen und wartete. Wenig später tauchten im Rückspiegel zwei Scheinwerfer auf. Der Wagen hinter mir fuhr sehr langsam.
»Hm. Du scheinst diese hinterlistige Ampel wohl auch zu kennen und fährst gleich sehr langsam ran.« Ich beneidete ihn um seine Umsicht. Schließlich wechselte das Licht auf Grün. Ich legte den Gang ein und fuhr los. Der nächtliche Weg aus dem Hafen heraus war einsam. Nach fünfzehn Minuten Fahrzeit hatte ich den Hafen verlassen, als ich bemerkte, dass derselbe Wagen immer noch hinter mir war. Da es bereits dunkel war, konnte ich die Automarke nicht erkennen.
»Ist das ein Zufall?« Ich sprach häufiger mit mir selbst, wenn ich allein im Wagen war. Das half mir, die Vorkommnisse des Tages besser zu verarbeiten.
»Na, gut. Dann wollen wir mal sehen, ob wir tatsächlich denselben Weg haben.« An der nächsten Kreuzung bog ich links ab in Richtung Hauptbahnhof. Das war zwar nicht meine übliche Strecke, doch ich musste es einfach wissen, brauchte Klarheit. Der Wagen folgte mir. Dabei war er sehr vorsichtig und hielt immer Abstand. Nie fuhr er zu dicht auf, sodass sich vielleicht die Möglichkeit ergeben hätte, das Gesicht des Fahrers zu sehen. Selbst am Hauptbahnhof machte er keine Anstalten, einen anderen Weg einzuschlagen.
»Wer zur Hölle bist du? Und willst du wirklich was von mir? Langsam glaube ich nicht mehr an einen Zufall.« In meinem Magen machte sich ein mulmiges Gefühl bemerkbar. Man glaubt es kaum, doch sonntagnachts können sogar die Straßen einer Großstadt ziemlich leer sein. Vermutlich lag es daran, dass die meisten Menschen am Montag früh wieder aus den Federn mussten, um ihren Jobs nachzugehen. Ich fuhr die Steinstraße herunter in Richtung Wandsbek. Außer einem Fahrradfahrer, der vor mir die Straße überquerte, einem verliebten Pärchen, das knutschend an einer roten Ampel wartete, sowie fünf jungen Männern vor einer Bar, war weit und breit kaum jemand in Sicht. Die Angst kroch langsam in mir hoch. Obwohl draußen noch milde Temperaturen herrschten, fröstelte ich, ich drehte die Heizung auf. Beim Blick in den Rückspiegel sah ich den Wagen noch immer hinter mir herfahren.
»Ich will nicht, dass du mich bis nach Hause verfolgst. Wenn dir bekannt ist, wo ich wohne ...« Angst. Litt ich unter Verfolgungswahn? Oder hatte der Wagen wirklich nur zufällig denselben Weg wie ich?
»Verdammt!« Ich traf eine Entscheidung. Ich blickte mich um. Die Straße war frei. Dann gab ich Gas. Mein GTC schoss wie ein Silberpfeil mit hundertzwanzig Sachen über die Wandsbeker Chaussee. Immer wieder huschte mein Blick in den Rückspiegel. Der Wagen wollte sich nicht abhängen lassen. Nun war mir klar, dass er es auf mich abgesehen hatte. Ab sofort war Rot für mich nicht mehr existent. Jede Ampel, die sich mir in den Weg stellte, überfuhr ich gnadenlos. Ohne Rücksicht auf Verluste. Kalter Schweiß legte sich über meine Stirn. Gleichzeitig begann Furcht meine Gedanken einzukreisen, wie Geier, die ihre Beute erspäht hatten und sich jeden Moment darauf stürzen würden.
»Wo sind die Bullen, wenn man sie mal braucht?« In diesem Moment hätte ich alles dafür gegeben, wenn die Polizei mich wegen überhöhter Geschwindigkeit oder fürs Überfahren einer roten Ampel anhalten würde. Erneut schaute ich in den Rückspiegel. Entsetzt stellte ich fest, dass mein Verfolger ebenfalls kein Problem damit hatte, rote Ampeln zu ignorieren.
»Das ist jetzt nicht mehr lustig!« Ohne zu bremsen, riss ich das Lenkrad nach rechts herum. Mit quietschenden Reifen zog ich den Wagen in die Schloßstraße. Erneut schaute ich in den Spiegel und sah, wie mein Verfolger vorbeifuhr und die Wandsbeker Marktstraße hinunter preschte. Durch die gute Beleuchtung an der Kreuzung konnte ich kurz einen Blick auf den Wagen erhaschen: ein brauner Zafira. Irgendwo in der Nähe gab es eine Polizeiwache. Es war vertrackt, doch ich war nicht in der Lage mich zu erinnern, wo die Wache genau war. Auf die Hauptstraße wagte ich mich nicht. Das Herz sprang mir fast aus der Brust, sodass ich in die nächste kleine Seitenstraße einbog, die Schweinwerfer löschte, während ich hektisch nach einem Parkplatz suchte. Schließlich entdeckte ich wenige Meter vor mir eine Parklücke. Als ich den Motor abstellen wollte, zitterten die Finger so heftig, dass die Schlüssel am Bund gegeneinander klirrten. Ich drückte den Schalter für die Türverriegelungen.
Es klackte, als die Türen für Eindringlinge erst einmal verschlossen waren, doch Erleichterung wollte sich nicht einstellen. Meine Augen suchten die Umgebung ab. Die Straße erschien ruhig. In den Häusern ringsum war alles dunkel. Die Bewohner schienen zu schlafen. Nur das Hämmern meines Herzschlages dröhnte durch den Innenraum des Wagens. Ich atmete hörbar aus. Hatte mein Verfolger aufgegeben? Plötzlich tauchten zwei Lichtkegel am hinteren Ende der Straße auf. Ein Zittern zog sich über meinen gesamten Körper. Ich hielt die Luft an, tauchte ab und legte mich flach über den Beifahrersitz. Die Position war sehr unbequem, da die Recaro-Sitze mit ihren erhöhten Sitzkanten für alles andere konzipiert waren, als sich quer über die Sitzfläche zu legen. Die Rippen begannen zu schmerzen. Lange hielt ich es nicht aus. Vorsichtig hob ich den Kopf und versuchte einen Blick über die Umgebung zu erhaschen. Ein Wagen kam näher. Er fuhr sehr langsam. Da ich mich nicht sicher fühlte, schob ich den Fahrersitz nach hinten und tauchte bis unter das Lenkrad ab. Die Mittelkonsole presste sich in meine Flanke. Den langsam anschwellenden Schmerz in der Seite ignorierte ich vorerst. Das Motorengeräusch sagte mir, dass der Wagen vorbeifuhr. Ich wollte aufatmen, da hörte ich, wie der Wagen bremste und zum Stillstand kam. Tausend Gedanken schossen durch meinen Kopf. Hatte er meinen Wagen erkannt? Würde er aussteigen?
Jede Synapse in meinem Körper signalisierte: Panik!



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