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Buchvorstellung "One Night - Cassandras sexuelle Revolution"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  20-09-2017 09:00 20-09-2017 09:00 114  Gelesen 114 Gelesen
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"One Night – Cassandras Sexuelle Revolution" Ein Erotikroman von Mike Stone.



Cassandra ist eine erfolgreiche, voll emanzipierte, richtig taffe Geschäftsfrau. Ihre Kollegen nennen sie nicht ohne Grund die Eiserne Lady. Aber wie das wirklich gemeint ist, erfährt sie erst, als Alkohol eine Zunge lockert. Uncharakteristisch hart getroffen braucht es ein Beispiel für Solidarität unter Frauen, um sie wieder aufzubauen. Aber ist der Ratschlag, eine Nacht lang einmal Cassy, das sexy Büroflittchen auf Männerfang zu sein, wirklich eine gute Idee?
Ihre Vernunft, ihre Würde, ihr Stolz, ihre Emanzipation, ihre Libido und ihre Neugier haben alle eine ganz eigene Meinung dazu - ebenso wie der Geschäftsmann Richard und sein Freund Tim. Die Nacht bietet ihnen allen neue Erfahrungen und nicht alle überstehen die Geschehnisse unbeschadet.


Für alle, die verwundert sind, weil sie diese Erzählung unter dem Titel Weiblichkeit kennen, sei gesagt, dass eine gute Fee mir in den Hintern trat und mich auf den blöden Titel aufmerksam machte. Eine andere gute Fee kam auch gleich mit der viel schöneren, jetzt von mir verwendeten Alternative daher. Beide Feen werden selbstverständlich angemessen für ihre Taten geherzt.
Inhaltlich hat sich an dieser Erzählung nichts geändert. Nur der Titel wird ihr nun wesentlich gerechter.


Nur für Erwachsene / Adult's only!!!

Die Erzählung beinhaltet explizite Erotik und ist für erwachsene Leser gedacht. Lesern, die kein Interesse an Erzählungen mit expliziten, erotischen Anteilen haben, wird von der Lektüre abgeraten.
Außerdem ist der Umgang mit Themen wie Emanzipation oder Feminismus ganz schlicht und ergreifend unverschämt und eine bodenlose Frechheit seitens des Autors. Nur leider scheint das außer ihm niemandem so recht aufzufallen.



Leseprobe:



Schamlos für eine Nacht


Auch wenn die Kollegen schon seit einer Stunde die Zelte abgebrochen haben, bin ich noch immer auf hundertachtzig. Und dabei weiß ich gar nicht mal, ob ich nun mehr auf mich oder mehr auf den Meier aus dem Marketing sauer bin. Sicher … Er hat sich die Unverschämtheit erlaubt, aber ich habe ihn ja geradezu dazu eingeladen. Dumm, Cassandra. Ganz dumm!
Aber wer hätte ahnen können, dass dieser Fettsack über so etwas wie Schlagfertigkeit verfügt, wenn er erst einmal zwei Bier intus hat?

„Sie könnten auch mal wieder einen Besuch im Fitnessstudio vertragen“, hatte ich mich in das Gespräch über Lachmuskeln und Samenstränge als Rechtfertigung für Bierbäuche eingemischt. „Frauen finden ein paar weniger Samenstränge, die dafür besser in Form sind, nämlich wesentlich attraktiver als das da.“ Ja, Martinis bekommen mir gar nicht. Ich sollte die Finger von dem Zeug lassen …
Nach dem Spruch war natürlich Schweigen im Walde bei den Männern. In Zeiten internetweiter Aufschreie über unangemessene Kommentare und Klagen wegen sexueller Belästigung bei verbalen Übergriffen lernen selbst die größten Deppen langsam, wann sie den Mund halten sollten. Ich hätte es damit gut sein lassen können, denn meinen Punkt hatte ich gemacht. Die Eiserne Lady hatte mal wieder einem nassforschen Kollegen eine Schelle verpasst. Nächster Punkt auf der Tagesordnung. Aber ich wollte wissen, was dem Blödmann auf der Zunge lag. Es war so offensichtlich, dass er eine richtig gesalzene Antwort parat hatte.
„Nur raus damit. Vergessen wir doch einfach mal für einen Moment die Geschlechter“, schlug ich dummerweise vor. Schließlich war es ein lockerer Abend zur Feier eines großartigen Vertrags. Da konnte ich auch mal großzügig sein. Und eine unfassbare Steilvorlage liefern …
„Das ist nicht das Problem“, gab der Mistkerl süffisant grinsend zurück. „Ihr Geschlecht haben wir alle schon längst vergessen.“

Das saß natürlich. Ich kaue noch immer daran. Mit einem einzigen Spruch, für den ich ihn noch nicht einmal an den mickrigen Eiern gepackt kriege, hat er nicht nur die Schlacht gewonnen, sondern gleich den ganzen Krieg. Und mir gehörig die Laune verdorben.
Ich weiß ja, dass mich die meisten Kollegen für eine frigide Zicke halten, aber sehen sie mich wirklich schon nicht mehr als Frau? Habe ich meine Weiblichkeit auf dem Altar der Karriere geopfert? Ich blicke in den Spiegel der Diskotoilette und sehe eine Frau. Seriöse Hochsteckfrisur, businessmäßiges Kostüm mit Bluse und ganz dezente Schminke. So wie es sein sollte, wenn eine Frau im Büro nicht wie ein Flittchen wirken will. So wie …
Ach fuck! Das ist unfair! Wieso darf ich nicht die Knöpfe der Bluse so weit aufmachen, dass man meinen sauteuren BH zumindest ansatzweise erahnen kann? Wofür habe ich vierhundert Euro ausgegeben, wenn kein Schwein das Ding zu sehen bekommt?
Ich fühle mich rebellisch, als ich vier Knöpfe öffne. Und noch viel rebellischer, als ich die Klammern aus den Haaren nehme und sie ausschüttele. Und dann fühle ich mich saublöd, weil ich aussehe, wie ein unordentlich gerupftes Huhn.

Die Hand, die sich in mein Blickfeld reckt, lässt mir fast das Herz stehenbleiben. Ich habe die dunkelhäutige Frau in den ultrakurzen Partyklamotten neben mir am anderen Waschbecken nicht einmal bemerkt.
Sie hält mir eine Bürste hin. Ich sehe sie an und runzle die Stirn. Sie lächelt nur. Offen, freundlich, ohne erkennbare Hintergedanken. Und warum sollte sie auch welche haben? Sie ist locker fünf Jahre jünger als ich, aber wenn ich mein Leben betrachte, könnten es auch fünfzehn sein. Wie lange ist es her, dass ich diese Art von Solidarität unter völlig fremden Frauen erlebt habe?
Ich seufze und spüre, wie mir die Tränen kommen. Einfach so. Dass die kaffeebraune Schönheit mir daraufhin mit sanften Fingern über die Seite meines Oberkörpers kitzelt, trifft mich unvorbereiteter, als irgendetwas anderes in den letzten zwölf Monaten. Ich kichere unwillkürlich, weil ich gar nicht anders kann. Und dann schnaube ich und starre sie böse an. Was soll der Scheiß?
„Man kann nicht gleichzeitig lachen und weinen“, sagt sie mit samtiger Stimme. „Und wenn du weinst, brauchen wir eine Stunde, um dich wieder herzurichten.“
„Was?“, stammele ich. „Warum …?“
„Frauen halten zusammen, richtig? Vor allem gegen Arschlöcher. Wer immer sie sein mögen und was immer sie getan haben.“
Sie sagt das, als würde es alles erklären. Und das tut es verdammt noch mal auch. Grimmig nickend nehme ich die Bürste und bringe Ordnung in das Rattennest. Ich will verdammt sein, wenn ich mir von einem so saudummen Spruch den Abend verderben lasse.
Selbst wenn … er wahr ist? Shit! Da kommen die Tränen wieder.

Meine neue ‚Freundin‘ beobachtet mich und sieht es kommen. Diesmal sieht ihre Taktik zur Verhinderung aber anders aus. Sie gleitet hinter mich - scheiße, wie kann sie sich auf diesen Absätzen so bewegen? - und legt ihre Arme um meine Hüfte. Ohne ihre hohen Absätze wären wir gleichgroß. So kann sie jedoch ganz leicht ihren Kopf über meine Schulter schieben und ihre Wange an meine Schläfe legen. Was die Tränen aber wirklich wieder zurückdrängt, ist die Hand, die von unten meine linke Brust berührt und sie leicht anhebt.
„Man kann auch nicht gleichzeitig überrascht sein und weinen“, erklärt sie ihrem Spiegelbild und der anderen Frau darin, die mit weitaufgerissenen Augen völlig fassungslos auf das Geschehen starrt. „Habe ich von meinem kleinen Sohn gelernt.“
„Findest du mich männlich?“, winselt die komische Frau im Spiegel mit der entfernten Ähnlichkeit zu mir.
„Süße …“, haucht sie mir ins Ohr. „Wenn ich dich männlich finden würde, hätte ich dich niemals angefasst.“

Alle Tränen sind vergessen, als ich ihren unglaublich sinnlichen Tonfall verdaue und dabei meinem Spiegelbild zusehe, wie es die Augen auf Untertassengröße aufreißt. So sieht also ein Reh im Scheinwerferlicht aus? Aha.
Ich bin völlig perplex, denn alle meine Antennen sagen mir, dass sie mich anmacht. Alle Antennen und … nun … ihre Hand, die sich sachte ein wenig weiter auf meine Brust schiebt, vielleicht auch. Mit funkelnden, braunen Augen sieht sie mich im Spiegel an. Ihre Lippen sind leicht geöffnet und schimmern einladend. Whoops! Stopp mal! Ich bin doch nicht …
„Muss eine Frau lesbisch sein, um von einer Frau getröstet werden zu dürfen?“, fragt sie.
Wie zum Henker kann eine Stimme so unfassbar sinnlich klingen? Und woher zum Teufel weiß sie, was ich gedacht habe? Gut … Wenn ich mein Gesicht betrachte, ist die zweite Frage leicht zu beantworten.
„Was du jetzt wirklich brauchst, ist Bestätigung“, raunt sie mir zu. „Wir machen dich zurecht und dann gehst du da raus und lässt dir von ein paar Männern den Hof machen. So richtig.“
„Aber …“, will ich widersprechen. Da sprechen tausend Gründe dagegen. Und neunhundert-neunundneunzig haben mit meinem Ruf und meinem Job zu tun.
„Kein ‚aber‘ heute Nacht“, sagt sie beschwörend und blickt mir dabei in die Augen. Ich fühle mich wie Mogli in der Umarmung von Kaa. ‚Hör auf mich … Glaube mir …‘ Und - so absurd ich das selbst finde - ich will es!
„Heute Abend bist du keine taffe Geschäftsfrau“, suggeriert sie mir. „Du bist eine heiße, kleine Büromaus. Und das einzige Wort, das du nicht fehlerfrei tippen kannst, ist Emanzipation.“
Ich muss kichern, weil das ziemlich absurd ist. Aber dann klappt mir die Kinnlade runter, weil ich kichere wie ein Teenager. So wie ich es seit zehn Jahren schon nicht mehr getan habe.
„Du bist sexy und unter deiner seriösen Oberfläche heißer als ein Vulkan. Wir müssen nur dafür sorgen, dass du das nicht wieder vergisst, wenn du da raus gehst.“
„Und wie … tun wir das?“, höre ich meine Stimme fragen.

Eine knappe halbe Stunde später weiß ich die Antwort. Und ich kann noch immer nicht fassen, dass ich mich darauf eingelassen habe. Martinis sind definitiv nicht gut für mich. Aber - so sehr ein Teil von mir das auch verachtenswert findet - es funktioniert!
Ich verlasse die Toilette, nachdem ich mich beinahe selbst im Spiegel nicht mehr erkannt hätte. Und das, obwohl Sasha mir nur die Haare frisiert und mit etwas Kajal und Lippenstift einen Hauch mehr Ausdruck in mein Gesicht gebracht hat. Gut … Einen wichtigen Beitrag leistet der Umstand, dass meine Bluse noch immer vier Knöpfe weit geöffnet ist. Nur einen Ansatz von BH wird niemand mehr dort sehen, denn der steckt in meiner Handtasche. Zusammen mit meinem Höschen. Rouge trage ich nicht. Sasha lag ganz richtig, als sie sagte, ich würde keinen brauchen. Allein der Gedanke, dass ich keine Unterwäsche trage, lässt meine Wangen glühen.
Jetzt gerade verstehe ich vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben, was einige meiner wenigen Freundinnen meinen, wenn sie von ‚sich weiblich fühlen‘ sprechen. Sie beziehen das zwar auf ihre Tage und die sind für mich weiterhin einfach nur ein lästiger Gedanke, aber ich verstehe gerade das Gefühl … Ich gehe langsam und unsicher hinaus in die Masse der Feiernden und fühle den seidigen Stoff meiner Bluse auf meinen Nippeln. Sie sind aufgerichtet, seitdem ich den BH ausgezogen habe. Und keine Kostümjacke verdeckt die Erhebungen, die sie verursachen. Männer sehen mich an. Sie schauen kurz auf mein Gesicht und dann lange - sehr, sehr lange - auf meine Brust. Und sie grinsen dabei anzüglich.
In meinem Hinterkopf tobt eine Stimme und schreit etwas von Sammelklagen wegen sexueller Belästigung. Aber da ist ein anderer Teil von mir, der sich in der Aufmerksamkeit sonnt, als läge ich am Strand in der Karibik und würde in der Sonne baden.

Kopf hoch, Brust raus und immer einen Fuß genau vor den anderen setzen. Einfache Anweisungen, die ich trotzdem nur mit Mühe befolgen kann. Sasha ließ es einfach klingen, aber sie konnte mich nicht auf das Ziehen vorbereiten, das meine Brüste irgendwie direkt mit meinem Unterleib verbindet. Als ich den ersten, leichten Luftzug dort unten spüre, stolpere ich fast über meine eigenen Füße. Mein Rock ist trotz aller Bemühungen noch immer fast knielang. Es ist praktisch unmöglich, dass Luftbewegungen dorthin gelangen. Außer, wenn … Gütiger Gott! Ich bin feucht!
Ich fühle, wie mir der Schweiß ausbricht. Die Disko ist sowieso schon heiß. Und jetzt gerade bekomme ich akutes Fieber dazu. Aber trotzdem fühlt es sich so verdammt gut an! Ich ignoriere ganz betont all die Männer, die mich anstarren. Auch wenn es immer mehr werden. So, als würden sie sich untereinander darauf hinweisen, dass ich sie mit meinen Nippeln aufspießen will. Ich schenke ihnen keine Beachtung, aber ich nehme sie dennoch wahr. Sehr genau sogar.

Bislang dachte ich immer, Männer würden einfach auf Brüste starren und nichts weiter. Würden sie anglotzen, sie sich nackt vorstellen und im Geiste dazu wichsen. Manche - das ist unübersehbar - tun wohl auch genau das. Und hier in der lockeren Atmosphäre greift sich der eine oder andere auch schon mal in den Schritt und fummelt, als wolle er etwas dort in eine andere Position bringen. Als … als … als würde etwas dort plötzlich mehr Platz benötigen.
Wow! Wie konnte mir in den zwölf Jahren seit meiner ersten Periode denn zum Teufel entgehen, wie unglaublich erregend es sich anfühlt, zu wissen, dass man für eine Erektion verantwortlich ist? Oder wusste ich das mal? Vielleicht … Vor langer Zeit …
Aber noch aufregender als das, sind die anderen Männer. Die nicht ganz so betrunkenen oder primitiven Exemplare dieser seltsamen Gattung, die ihre Blicke über meinen Körper wandern lassen. Die immer wieder auch in mein Gesicht sehen und versuchen, Blickkontakt mit mir herzustellen. Sie … sie rücken sich in Pose. Mein Gott! Ich hatte keine Ahnung, dass Männer so etwas tun! Sie verändern ihre Haltung, nachdem sie auf mich aufmerksam geworden sind. Ziehen den Bauch ein wenig ein, strecken die Brust raus. Drehen sich etwas ins Profil oder nehmen eine betont lässige Haltung ein. Sie sehen mich mit funkelnden Augen an oder schauen betont desinteressiert an mir vorbei. Jeder hat eine andere Masche.

Voller Staunen bemerke ich, dass ich leicht lächele. Nicht ohne einen Hauch von Spott. Aber auch voller Stolz. Mein Körper entwickelt ein Eigenleben. Er scheint plötzlich ohne bewusste Steuerung von meinem Hirn zu funktionieren. Und ehrlich gesagt ist das ein wenig erleichternd, denn mein Hirn hat keinen blassen Schimmer, wie ich mich verhalten soll.
Sind das die Hormone? Oder der Instinkt? Hätte mir das gestern jemand erzählt, hätte ich schallend gelacht. ‚Ich bin eine emanzipierte Frau‘, hätte ich voller Überzeugung erklärt. ‚Ich überzeuge durch meine Intelligenz und meine Fähigkeiten und lasse mich nicht auf meinen Körper reduzieren. Und wenn ein Mann das nicht akzeptieren kann, ist das nur ein Zeichen seiner Primitivität. Wir leben schließlich im einundzwanzigsten Jahrhundert und nicht in der Steinzeit.‘
Jetzt gerade hat ein bislang fast noch nie gehörtes Stimmchen in mir eine Antwort darauf: ‚Aber auch im einundzwanzigsten Jahrhundert wollen die Menschen ficken. Und zwar so, wie sie es auch schon in der Steinzeit getan haben.‘

Mit weichen Knien erreiche ich eine Bar und nutze die Chance, auf einen Barhocker zu gleiten. Der Tresen gibt mir Halt und ganz automatisch schlage ich ein Bein über. Und erstarre … Meine Oberschenkel unter dem Rock glitschen aneinander entlang. So als hätte ich eine ordentliche Portion Hautlotion darauf, die ich nicht richtig eingerieben habe. Ich weiß der Theorie nach, was das ist. Es gibt schließlich nur wenige Möglichkeiten. Und meine Tage hatte ich letzte Woche. Womit nur noch eine Option übrig bleibt.
Ich kann nicht widerstehen, ein ganz klein wenig die Schenkel aneinander zu reiben. Ein Schauer läuft über meinen Rücken und ich muss mir auf die Lippe beißen, um nicht laut auszuatmen. Wow! So gut hat sich das noch nie angefühlt. Darauf schwöre ich jeden Eid. Ich meine … Ich habe mich nie für sonderlich prüde gehalten. Ich hatte einige Partner und angenehmen Sex. Und ich habe einen Vibrator. Ich bin eine moderne Frau.
Aber ich muss immer den … Motor vorwärmen. Und ich muss das eine ganze Weile lang tun, bevor ich feucht genug für einen Eindringling dort unten bin. Bei der Selbstbefriedigung verzichte ich sogar ganz auf diesen eigentlich überflüssigen Teil und konzentriere mich auf meine Klitoris. Jedes Kind weiß schließlich, dass dort die Lustgefühle der Frau entstehen.
Aber jetzt gerade … Jetzt, in diesem Moment, in dem ich ohne Unterwäsche in einer Disko sitze und von einem Dutzend Männern angestarrt werde, die mir alle die Klamotten vom Leib reißen wollen … In diese Sekunde, wo ich mit schmerzhaft geschwollenen Brustwarzen und buchstäblich klitschnasser Scham auf einem Barhocker sitze … Gott! Was würde ich für meinen Vib geben, damit ich ihn in mich hinein stecken könnte. In meiner Vorstellung würde sich das gerade ganz großartig anfühlen.

„Was möchtest du trinken“, schreckt mich eine Stimme auf.
Ein Mann auf der anderen Seite des Tresens - der Barkeeper - hat sich zu mir gebeugt. In seinen Augen steht der gleiche Glanz, wie in den anderen Blicken, die auf mich gerichtet sind. Und eine Spur von Überlegenheit, weil … Ja, weil? Oh, natürlich! Weil er einen Grund hat, mich anzusprechen. Weil er das darf, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Wow! Für diese Erkenntnis haben mein Hirn und ein gewisser, anderer Teil von mir - von dem ich eigentlich dachte, nur Männer würden ihn auch zum Denken verwenden - ganz hervorragend zusammengearbeitet. Ich hatte keine Ahnung, dass das möglich ist.
„Einen Mart…“, will ich unwillkürlich antworten. Es ist schließlich mein übliches ‚Club-Getränk‘. Wein kann man in solchen Läden praktisch niemals empfehlen. Aber dann weiß ich plötzlich, dass dieses Getränk nicht zu mir gehört. Nicht heute. „Sex on the Beach“, verbessere ich mich. Und … ich betone wirklich das erste Wort. Ebenso, wie ich es laut und deutlich ausspreche.
Der Barkeeper zeigt mir ein atemberaubendes Lächeln. Es flammt richtiggehend in seinem Gesicht auf und das Glitzern in seinem Blick gewinnt die Intensität von Fernlicht auf einer verlassenen Landstraße. Er leckt sich sogar kurz über die Lippen. „Kommt sofort“, raunt er voller Verheißung.
Ich greife nach der Getränkekarte und fange an, mir Luft zuzufächeln, während er sich abwendet. Mir ist so unsagbar heiß, dass ich am liebsten … „Hast du vielleicht ein paar Eiswürfel?“, rufe ich ihm nach.

Meine Gedanken überschlagen sich gerade. Weswegen ich nicht richtig sortieren kann, warum mich meine Vernunft anstarrt, als wäre ich nicht bei Trost. Ich bekomme meine Eiswürfel in einem Whiskey-Glas und schnappe mir sofort einen davon. Stirn, Schläfen und schließlich der Hals … Ahhh …
Die beißende Kälte tut mir so gut, dass ich sie mit geschlossenen Augen genieße. Die schwül-warme Luft, die ich mir zufächele, streift über das kalte Wasser auf meiner Haut und verursacht mir eine leichte Gänsehaut. Ich fühle mich fast, als würde ich gleich abheben. Ohne die Augen zu öffnen, greife ich mir noch einen der wohltuenden Würfel. Eisige Rinnsale finden ihren Weg in meine Bluse. Über die Schulterblätter und an der Wirbelsäule entlang. Und auf mein Dekolletee, wo sie größtenteils den Weg zwischen meinen Brüsten hindurch nehmen. Aber nicht ausschließlich … Das tut so gut!
Ich lasse einen dritten und vierten Eiswürfel auf meiner Haut schmelzen. Und die unerträgliche Hitze lässt ein klein wenig nach. Auch wenn mir meine armen Brustwarzen so langsam wirklich Sorgen bereiten, denn sie schmerzen richtiggehend durch das Kontrastprogramm und meine Erregung. Und ein anderer … Knubbel eifert ihnen so langsam nach.
Ich weigere mich, mir selbst einzugestehen, dass ich fast schon ein wenig weggetreten bin. Solange ich die Augen geschlossen halte, sehe ich niemanden um mich herum. Also fühle ich mich fast allein. Nur in Gesellschaft meiner völlig ungewohnten Erregung und einiger liebenswerter Eiswürfel. Wie wäre es wohl, wenn ich … da unten …?

Statt diesem faszinierenden Gedanken in die Falle zu tappen, stecke ich mir einen der Würfel zwischen die Lippen. Völlig abgehoben bin ich dann doch noch nicht.
„Sie verursachen gleich eine Massenschlägerei“, raunt mir eine tiefe Stimme in genau diesem Moment ins Ohr.
Erschrocken reiße ich die Augen auf. Genau jetzt angesprochen zu werden hatte ich nicht erwartet.
Ein Mann steht neben mir. Und für einen Moment sehe ich nur seine grauen Augen, die mich mit unglaublicher Intensität fixieren. Dann kehre ich zurück in die Realität und finde eine Million Gründe, knallrot zu werden.

Ich sitze auf einem Barhocker in einer Disko und trage keine Unterwäsche. Mit Zähnen und Lippen halte ich einen Eiswürfel halb in meinem Mund, während ich mir mit einer Getränkekarte Luft zufächele. Und mit weitaufgerissenen Augen starre ich einen völlig fremden Mann an, als hätte er mich beim Daumenlutschen erwischt.
Irgendwo schräg hinter ihm sehe ich an einer der Wände eine Reihe von mehr oder minder vertrauten Gestalten stehen, die mich mehr oder minder fassungslos anstarren. Da sind meine Emanzipation, meine Würde, mein Stolz und nicht zuletzt meine Vernunft, die sich alle die Haare raufen. Aber auch mein Anstand sieht aus, als hätte man ihr einen Tintenfisch ins Gesicht geschlagen und sogar meine Libido schüttelt den Kopf, auch wenn sie dabei amüsiert grinst. Irgendwas entgeht mir doch gerade, oder?
Ich sehe den Mann an und mustere ihn argwöhnisch. Er scheint Anfang dreißig zu sein und hebt sich positiv von den anderen Kerlen ab. Ein Anzug - ziemlich sicher maßgeschneidert, obwohl er das Jackett nicht trägt und das schwer zu sagen ist. Das kragenlose Hemd lässt ihn leger und modern erscheinen. Die Breitling an seinem Handgelenk korrespondiert gut mit dem Gesamteindruck.
Mein Misstrauen findet keinen Anhaltspunkt, was die Kriterien angeht, die ich bei einem Gegenüber immer anlege. Die typischen Kriterien der Geschäftsfrau. Er scheint kein Blender zu sein, sondern ein erfolgreicher Geschäftsmann. Alles an seiner Haltung und seinem Outfit stimmt. Deswegen gesellt sich das Misstrauen achselzuckend zu den anderen Gestalten aus meiner Vorstellungskraft und lehnt sich entspannt zurück. Aber … was ist dann das Problem?

Ein zweiter Blick auf ihn wird mir von meiner Weiblichkeit diktiert. Sie ist irgendwie die einzige meiner inneren Begleiterinnen, die sich dicht an meiner Seite befindet. Und sie scheint gänzlich unbekümmert. Was ein gutes Zeichen ist … Oder?
Ich schaue noch einmal und registriere seine blitzenden Augen, in die sich langsam ein amüsierter Ausdruck schleicht. Sein Gesicht ist markant. Scharf gezeichnete Züge, aber keine typische Verschlagenheit. Er wirkt offen. Sicherlich ein knallharter Verhandlungspartner, aber tendenziell fair. Sowas ist selten …
Seine Lippen sind voll und sinnlich. Woher auch immer dieser Gedanke jetzt kommt, aber sie fühlen sich bestimmt ganz gut auf meinen an. Ich würde das gerne näher erkunden. Er trägt einen Drei-Tage-Bart. Typisch moderner Geschäftsmann. Immer ein klein wenig gegen die alten Traditionen aufbegehren. Aber diese Leute sind meist innovativer. Ich schätze das.
Er hat breite Schultern, aber das Hemd sitzt perfekt, wie es sein sollte. Kein Grund zur Beanstandung. Allerdings … Seine Brust sieht schon verschärft aus. Sehr interessant, wie sich unter dem Stoff einige Muskeln bewegen. So habe ich das noch nie gesehen. Huh … Ich fächele etwas stärker und spiele mit der Zunge an dem Eiswürfel, der langsam meine Lippen betäubt.
Seine Hände sind groß. Liebe Güte. Wirklich groß! Sie müssen doppelt so groß sein, wie meine eigenen. Aber er hat ganz bestimmt ein gutes Gefühl für einen angemessenen Handschlag. Meine Brüste würden in diesen Pranken allerdings ziemlich untergehen. Diese Hände kämen auch mit der doppelten Menge gut zurecht.
Moment … Was ist das jetzt für ein Gedanke? Als wollte ich, dass er … Oh! Ja. Ich glaube, ich würde wirklich gerne … Ich mochte es irgendwie, wenn Thomas - mein zweiter Freund - meine Brüste mit seinen großen Händen umschlossen hat. Und heute … heute lechzen die beiden geradezu nach einer Berührung. Ob ich ihn darum bitten sollte?
Meine Weiblichkeit nickt enthusiastisch und meine Libido beugt sich mit leuchtenden Augen vor, aber die anderen an der Wand schlagen sich kollektiv mit der Hand vor die Stirn. Pff … Dann halt nicht.


Langsam bekomme ich das Gefühl, das mir dämmert, was nicht in Ordnung ist. Normalerweise brauche ich für ein Gesamtbild meines Gegenübers eine Zehntelsekunde. Ein schneller, aufmerksamer Blick und ich habe einen Eindruck, den ich in den restlichen neun Zehnteln der Zeit verarbeiten kann. Aber in einer Sekunde schmelzen Eiswürfel zwischen den Lippen nicht zu kleinen, flachen Ovalen. Also habe ich vielleicht einen Tick länger gebraucht.
Und dann ist da noch das, was mir meine Augen mitteilen, als ich gerade abwärts dorthin blicke, wo seine Hose gewissermaßen einen sehr ansprechend gefüllten Eindruck erweckt. Ich schlucke und reiße unwillkürlich die Augen auf, als ich die Seide über meinen Brüsten betrachte, die durch Schmelzwasser ihren Aggregatzustand verändert hat. Fast muss ich kichern, als ich sie mir gasförmig vorstelle, denn mehr Sichtschutz als ein dünner Rauchvorhang bietet sie nicht mehr.
Oh - mein - Gott!

Ruckartig reiße ich den Kopf hoch und bin trotzdem knallrot, bevor ich ihm wieder in die Augen sehen kann. Wie betrunken bin ich bitteschön? Und wovon? Die zwei Martinis haben mich doch nicht umgehauen. Was passiert da in meinem Körper?
Erst jetzt geht mir auf, dass ich auf einem Barhocker mitten in einer Disko sitze und gerade meine Bluse mit Schmelzwasser durchsichtig gemacht habe. Und zwar, während ich mit geschlossenen Augen herumsaß und mir Luft zufächelte - und mit dem krönenden Abschluss einer Lutschdarbietung an einem Eiswürfel. Bin ich eigentlich völlig bescheuert?
Ein ganz kurzer Blick in die Runde offenbart mir, dass Dutzende von Augenpaaren mich anstarren. Gierig und lüstern leuchten sie in der verhältnismäßigen Finsternis. Als würden sie zu Raubtieren gehören. Was sagte der Fremde? Massenschlägerei? Ich sehe ihn an. Nun grinst er tatsächlich.
„Ich hoffe, Ihre Musterung hat keinen Grund zur Beanstandung ergeben?“, fragt er eindeutig ein wenig spöttisch.

Der Moment der Wahrheit. Ich könnte jetzt vor Scham im Boden versinken. Das wäre leicht. Fluchtartig das Lokal verlassen steht auch weit oben auf der Liste der Optionen. So wie spontane Selbstentzündung. Aber in einem Anfall von situationsbedingter Kooperationsbereitschaft stecken all meine Persönlichkeitsaspekte - mit Ausnahme meiner Emanzipation, die für die Zündung einer Atombombe gleich hier und jetzt votiert - die Köpfe zusammen. Sogar ein geistiges Abbild von Sasha gesellt sich hinzu.
Angriff ist die beste Verteidigung. Nach diesem Motto habe ich immer gelebt. Und auch wenn ich mich in einer Ausnahmesituation befinde, erscheint es wie eine erfolgversprechende Alternative. Die Idee wird von Weiblichkeit und Libido jubelnd unterstützt. Und irgendwie erscheint es fair, den beiden nach all den Jahren der Vernachlässigung einmal auch gegen die Mehrheit zuzustimmen …
„Ich bin noch nicht sicher“, antworte ich - zugegebenermaßen mit etwas Verzögerung - lässiger als ich es selbst für möglich gehalten hätte. „Ich konnte nicht alles optimal erkennen.“
Er stutzt. Bei all dem Erröten und meiner rückblickend betrachtet wohl ziemlich schlaftablettigen Reaktionsgeschwindigkeit hat er wohl mit was anderem gerechnet.
„Ihr Sex on the Beach“, mischt sich der Barkeeper laut genug ein, um zu offenbaren, dass er meine Aufmerksamkeit lieber bei sich wüsste. Ich muss nicht nachdenken, um ihn völlig zu ignorieren und lediglich mit meiner Hand nach dem Glas zu greifen.

Nachdem ich meinen Entschluss erst einmal gefasst habe, finde ich ein wenig Ruhe und Sicherheit in der jahrelangen Verhandlungserfahrung. Ich bin zwar alles andere als in Topform, was meine Business-Attitüde angeht, aber irgendwie scheint meine neuentdeckte Weiblichkeit mit meinem Geschäftssinn eine ziemlich gute Symbiose einzugehen. Solange ich nicht zu intensiv darüber nachdenke, was mein Körper da für Haltungen einnimmt. Recke ich wirklich gerade meinen praktisch nackten Busen ein wenig vor?
Der Fremde schluckt sichtbar. Und ich fange an, ihn zu durchschauen. Zumindest ein wenig. Er hat wohl eine leichte Beute gewittert. Und sich darauf gestürzt, bevor es eines der anderen Raubtiere tun konnte. Besser getroffen hat Sashas neuerschaffene ‚kleine Büromaus‘ es mit ihm ohne jeden Zweifel. Außer vielleicht in Herzensangelegenheiten …
Aber jetzt zeigt die scheinbar völlig wehrlose Gazelle plötzlich Säbelzähne. Ich muss kichern über dieses Bild in meinem Kopf. Aber vor allem, weil meine Gazelle Brüste hat …

„Sex on the Beach, hm?“, meint er um Zeit zu schinden.
„Nein“, widerspreche ich. „Sex … on the Beach.“ Dann angele ich, ohne hinzusehen, mit dem Mund nach dem Strohhalm und nehme einen Schluck. Etwas süß, aber gar nicht so schlecht.
Meine Augen fixieren aber weiterhin sein Gesicht. Von unten herauf blicke ich ihn mit blanker Unschuldsmiene an.
Es ist gar nicht so schwer, wie ich feststelle. Ich habe so lange darauf geachtet, all diese Dinge in Gegenwart von Männern zu vermeiden. Und jetzt - mit zwei Martini und weiß Gott was für körpereigenen Drogen intus - kehre ich das einfach um. Statt alle Anzeichen von Schwäche und Weiblichkeit zu vermeiden, kehre ich sie heraus und vermeide jede Andeutung von Stärke. Es wirkt. Und wie!
„Cassy“, sage ich, um ihn aus der Verlegenheit zu befreien, etwas Originelles erwidern zu müssen. Er ergreift meine ausgestreckte Hand und will sie zum Mund führen. Was mich normalerweise zur Weißglut gebracht hätte und jetzt ein sachtes Ziehen in meiner … Muschi - Hah! Nix mit Vagina heute. Gerade ist es eine Muschi! - zur Folge hat.
„Richard“, sagt er, während er sich zum Handkuss anschickt.
„Vorsicht!“, hauche ich einfach heraus, was mir als erstes in den Kopf kommt. „Wenn sie mich wirklich mit Ihren Lippen berühren, will ich vielleicht sehr viel mehr davon.“ Er hält inne. Aber nur für einen Sekundenbruchteil. Dann gibt er mir einen überdeutlichen Handkuss anstatt nur hauchzart - wenn überhaupt - meine Haut zu berühren. „Um ehrlich zu sein, hatte ich gehofft, dass du es so sehen würdest“, murmele ich halblaut.

Ja. Ich führe mich auf wie eine billige Schlampe in einem unglaublich letztklassigen Film. Ich handele, wie meinen Überzeugungen nach niemals eine Frau handeln sollte. Und meine Würde gibt sich genau deswegen gerade in einer dunklen Ecke den Strick, während meine Emanzipation bereits nach erlittenem Schlaganfall am Boden liegt. Aber ich fühle mich verdammt noch mal großartig dabei! Ich fühle mich wie eine Frau. Eine fast barbusige Frau mit stahlharten Nippeln und einer klatschnassen Muschi. Eine Frau, die … es braucht!
Jetzt gerade in diesem Moment kann die Emanzipation von mir aus nach Fukushima auswandern. Ich würde jubeln vor Freude, wenn er einfach zupacken würde, wie der hinterletzte Neandertaler.



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