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Buchvorstellung "Du bist das Feuer"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  20-09-2017 08:00 20-09-2017 08:00 213  Gelesen 213 Gelesen
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"Du bist das Feuer" Eine Gay-Romance von Patrick Göbel.



Nico, gerade in das kleine Städtchen Vorweiler gezogen, ist 18 Jahre, sieht gut aus, und hat alles, was man sich nur wünschen kann. Jedenfalls auf den ersten Blick. Mit großen Schwierigkeiten konfrontiert, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden, sucht er nach Freunden, die ihm helfen sollen, sich einzufinden. Seine Schüchternheit und die Tatsache, dass er kaum beachtet wird, sind dem ganz und gar nicht zuträglich. Bald schon macht Nico die ersten Bekanntschaften, wobei er feststellen muss, dass eine Person eine ganz besondere Anziehung auf ihn hat. Eine viel größere, als sie eigentlich haben sollte. Denn diese Person ist keine Frau...
Völlig aus der Bahn geworfen, findet sich Nico in einem Strudel aus Verwirrung, Angst und Begehren gegenüber...


Der Auftakt zur STRONG PASSION - Serie!



Leseprobe:



Prolog


Die Träume kamen wie Schatten, die sich aus einem undefinierbaren, aber unheilvollen Nichts zusammenbrauten, sich verdichteten, und sich schließlich wie eine Decke über ihn legten.
Noch wusste er nicht, was diese immer wiederkehrenden Bilder, die sich im Schlaf vor seinem Auge auftaten, zu bedeuten hatten und, wenn er ehrlich war, wollte er es auch gar nicht wissen.
Internetrecherchen zufolge hatten Jungs in seinem Alter häufig solche Träume, dort war es als ganz und gar gewöhnlich deklariert. Also hatte er sich in letzter Zeit keine Gedanken mehr gemacht, sondern es als notwendiges Faktum hingenommen.
Als er so da lag, und das sanfte Licht des sich langsam zu einer vollen Kugel transformierenden Mondes sine Umgebung etwas aufhellte, kam ihm dies hier alles sehr un-wirklich vor.
Vielleicht träume ich noch immer, konnte er nicht um-
hin zu denken. Warum sonst wäre das Mondlicht so klar und rein...
Nein, es muss ein Traum sein.
Sich bewusst, dass er morgen einen anstrengenden Tag vor sich hatte, kuschelte er sich wieder in die weiche, für diese Jahreszeit angemessene Decke mit dem Flanellbezug, den er so mochte.
So sehr er sich auch bemühte, sein Geist kam nicht zur Ruhe. Es war, als hätte er zu viel Koffein zu sich genommen, das ihn auf Trab hielt. In seinem Unterbewusstsein wusste Nico jedoch längst, was die tatsächliche Ursache seiner noch andauernden Wachheit war.
Schlaf jetzt endlich, sagte er sich, wie um seinem Geist zu befehlen, endlich wieder in den erholsamen Zustand zu sinken. Doch es ging nicht. Zu klar war das Bild, das sich wie ein Brandzeichen in sein Auge gebrannt hatte. Zu intensiv war der Geruch des Parfums, das noch immer in seiner Nase war. Er könnte schwören, es haftete an seinem Kissen, doch es war nichts weiter als das Überbleibsel eines intensiven, unerwünschten Traumes.
Die Tatsache, die ihn jedoch am meisten aufwühlte, war nicht das Bild, das da vor seinem Auge gewesen war; auch nicht der Geruch, den seine Nase scheinbar aufgenommen hatte. Nein, es war das Gefühl, dieses unbeschreibliche Gefühl, das ihn zusammenzucken ließ, wenn immer er daran dachte. Außerstande, den täuschend echten Eindruck zu verdrängen, konnte er förmlich spüren, was dieses Gefühl im Traum auch jetzt noch in ihm auslöste. Freude, Erleichterung, Glück.
Du hast morgen Umzugstag! Wenn du jetzt nicht bald schläfst, kann dich der Möbelpacker gleich mit in einen Karton packen.
Doch das ist manchmal das bedauerliche am Geist: Er lässt sich nicht beeinflussen, und schon gar nicht sagen, was er zu tun hat. So musste Nico wohl oder übel in dem von der Lichtquelle des über dreihundertfünfzigtausend Kilometer entfernten Mondes beschienenem Zimmer liegen, reglos, stumm.
Angespannt setzte er sich auf, sah sich in dem circa achtzehn Quadratmeter großen Raum um, ließ den Blick über den enormen Kleiderschrank schweifen – Mode war eine seiner größten Leidenschaften –, über den massiven Schreibtisch bis hin zum Regal, worauf Bücher, DVDs und seine verschiedenen Parfums standen.
Für einen Moment ließ er den Gedanken zu, ließ das berauschende Gefühl zu, das sich in ihm breitmachte, wenn er an das dachte, was er soeben im Schlaf noch vor seinem inneren Auge gesehen hatte. Irgendwie gefiel es ihm.
Nicht, dass ich davon begeistert wäre..., versuchte er sich
selbst, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Doch eine gewisse – Faszination – bestand. Was soll’s, ging ihm noch durch den Kopf, als er ins Kissen sank, und einen Augen-blick später bereits eingeschlafen war.


Wir sollten nie die Macht der Träume vergessen. Sie sind es, die sich in uns einnisten, uns die Bilder vor Augen halten, die wir vielleicht gar nicht sehen wollen. Sie sind es, die bis in unsere Seele
vordringen und uns daran erinnern, wer wir wirklich sind.


Kapitel 1


Als am nächsten Tag der Wecker um 8 Uhr klingelte, hatte Nico die seltsame Nacht, aus den immer wiederkehrenden Träumen resultierend, bereits fast vergessen.
Halb verschlafen schleppte er sich in die Küche, schaltete den Wasserkocher ein, um sich eine Portion Teein zu genehmigen, die er an diesem Tag auch nur zu gut gebrauchen konnte.
Mit Schrecken bemerkte er, dass bereits ein Umzugswagen vor dem Haus seiner Eltern parkte, und die Möbelpacker in einer scheinbar hitzigen Diskussion mit seinem Vater verwickelt waren. Das war typisch für seinen Vater: Wenn es etwas gab, auf dem er bestand, dann dass die Aufgaben, die er verteilte, auch ordnungsgemäß ausgeführt wurden. Und ordnungsgemäß hieß in diesem Fall: nicht die geringste Abweichung erlaubt. Bereits die geringste Änderung konnte ihn zur Weißglut bringen. Mit einem Schmunzeln trank Nico seinen Tee, und fühlte, wie er nach und nach wacher wurde.
Nachdem er sich angezogen hatte, ging er nach draußen, um den Möbelpackern zu helfen.
Als er sich ihnen näherte, bemerkte er, dass einer der Möbelpacker, er mochte etwa Mitte zwanzig sein, eine gewisse Anziehung auf ihn hatte.


Nico


Drei Tage später war alles für den Umzug in die Wege geleitet. Noch ein letztes Mal betrat ich unser altes Haus, ging über den Teppich im Flur, auf den ich nach einer wilden Partynacht meine mittägliche Lasagne unfreiwillig hinterlegt hatte, ging den Flur entlang zu meinem nun kargen Zimmer, in dem meine Schritte hallten wie in ei-ner großen Halle.
Noch ein Mal betrachtete ich die Wand über meinem Bett, auf dem früher ein Poster gehangen hatte, für das ich ein Haufen Ausreden hatte finden müssen.
Ich ließ den Blick über den Teil des Zimmers schweifen, in dessen Ecke noch vor drei Tagen eine Kommode gestanden hatte, deren Inhalt ich wiederum hatte geheim halten müssen.
Ich gab es nicht gern zu, aber es gab da etwas ganz Entscheidendes, was ich nun nicht mehr länger leugnen konnte. Vielleicht hatten mir die Träume dies vor Augen geführt; jedenfalls war da etwas – ein kleiner Teil von mir –, von dem ich die ganze Zeit gewusst hatte, dass er da war, dass er immer existenter wurde. Es war nur ein klei-ner Teil, aber jener, der mir selbst erheblich zu schaffen machte, jener, der lange in mir verborgen war. Bis jetzt.
Und das wird sich jetzt ändern.
Gedankenverloren ließ ich die Finger über die Narbe gleiten, die immer bleiben würde.
Genau wie die in meiner Seele.
Nur, dass der körperliche Schmerz vergeht. Aber die Narben im Herzen bleiben für immer.
Ich schwor mir, dass ich nie wieder einen solchen Fehler machen würde. Von nun an würde ich mich ändern. Es würde Selbstüberwindung kosten, ohne Zweifel.
Welche Ironie ... etwas, das einfach in mir ist, wird mich Selbstüberwindung kosten.
Doch das war nicht das einzige.
Furcht.
Es hatte so viel Furcht, so viel Angst, in mir verbreitet.
Nein, das würde jetzt aufhören. Ein für alle Mal.
Mit dem Umzug wird auch die Wahrheit beginnen.
Erschrocken, dass ich plötzlich auf dem Boden saß – ich musste wohl in meinen Grübeleien auf das glänzend polierte Parkett gesunken sein –, fuhr ich hoch, und bemerkte, dass mein linkes Bein eingeschlafen war. Wie lange hatte ich wohl da gesessen, geistesabwesend, grübelnd, den dunklen Zeiten gedenkend.
Zu viel war passiert, das hätte verhindert werden können. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von mir. Und wieder fuhren mir Entsetzen, Schock und Trauer in die Glieder, wie schon oft, wenn ich daran dachte, was damals passiert war.
Bevor jedoch diese Gefühle in mir die Oberhand gewinnen konnten, ging ich noch ein letztes Mal in meinem ehemaligen Zimmer umher, und wünschte, ich könnte, wenn ich den Raum endgültig verließ, auch die dunklen Erinnerungen hinter mir lassen.
Schließlich setzten sich meine Beine wie von selbst in Bewegung, weg, raus aus dem Zimmer.
Raus aus dem Überbleibsel meiner Schwäche. Aus dem Symbol meines Versagens.
Als ich auf den Flur trat, fühlte ich mich mit einem Mal sehr erleichtert. Bisher hatte ich mir nie klargemacht, wie sehr mich dieser Raum eigentlich die ganze Zeit über belastet hatte. Oder besser, das, was einst darin geschehen war.
Noch einmal schaute ich zurück, in die vier Wände, in denen Schmerz, Furcht, Schock, Trauer und Erleichterung so dicht beieinander lagen.
Ein Hauch von Melancholie umgab mich mit einem Mal. Es war, als laufe mir ein Schauer über den Rücken, zugleich wohlig und zugleich unangenehm.
Als ich das Zimmer unwiderruflich verließ, lag ein Hauch von Endgültigkeit in der Luft.



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