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Buchvorstellung "Das Mädchen mit dem Flammenhaar: Die 13. Javeér"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  06-08-2017 23:45 06-08-2017 23:45 21  Gelesen 21 Gelesen
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"Das Mädchen mit dem Flammenhaar: Die 13. Javeér" Teil 2 der Kandalar Saga von Janet Borgward.



Avery hat sich ein neues Leben als Heilerin aufgebaut. Als Skyler sie nach einem Jahr in Gullorway aufsucht hofft sie, dass er sie diesmal als seine Zugesprochene zurückholen will. Doch Skyler hat andere Pläne mit ihr. Gerüchte besagen, dass Amarott die Niederschlagung der Herren von Kandalar überlebt hat. Er fordert daher von Avery, ihre magischen Fähigkeiten von den Javeérs ausbilden zu lassen, einem Geheimbund von Mönchen, der in den Ellar Hills lebt. Doch die Zeit spielt gegen sie – und Amarott ist längst nicht mehr die einzige Bedrohung Kandalars.



Leseprobe:



Unerwartetes Wiedersehen


Wie vom Donner gerührt stand ich da. Mein Gesicht wurde heiß, der Schweiß trat mir unter der Hutkrempe hervor, was nicht nur an der sengenden Hitze lag.
„Du?“, stammelte ich und starrte verdattert in Augen, die mich vom ersten Tag an in ihren Bann gezogen hatten und die so gefährlich aufblitzen konnten.
„Jemand anderen erwartet?“, knurrte Skyler.
Das nachlässig aus Schilf und Tampur geflochtene Band glitt aus seinen Händen. Als er sich zur vollen Größe aufrichtete, überragte er mich um fast einen Kopf, dabei war ich mit meinen einen Meter achtzig auch nicht gerade klein. Mit der Fußspitze zertrat er das
kümmerliche Geflecht und begrub es in dem staubigen Grund.
„Ja, ich meine nein. Jedenfalls keinen Bowman …“ Ich ließ den Satz unvollendet.
„Sondern?“, seine Augen bohrten sich in meine.
„Einen Handwerker.“
„Kommst du zurecht, Avery?“, meldete sich mein Vater dazwischen. Misstrauisch sah er Skyler an. „Oder brauchst du mich hier noch?“
Ich schnitt eine Grimasse, woraufhin er sich zurückzog. Der heiße Wind verfing sich in den blauschwarzen Haaren Skylers, die ihm inzwischen weit über die Schulter reichten.
Zahlreiche goldglänzende Piercings kamen an seinem Ohr zum Vorschein. Wir starrten uns an, versuchten, in dem Gesicht des anderen zu lesen, was Worte nicht zu sagen vermochten.
„Sehe ich etwa aus wie ein Handwerker?“, durchbrach er die Stille. Unwirsch griff er nach dem auf dem Boden liegenden Pfeilköcher und dem kunstvoll gearbeiteten Bogen. Ein Tattoo, Pfeil und Bogen, spannte sich über seinen Bizeps. Unwillkürlich berührte ich mein Brandmal am rechten Oberarm mit ebendiesen Motiven. Damals bekam ich es von den Bowmen eingebrannt, dessen Clanführer er war.
„Nein, danach siehst du in der Tat nicht aus. Trotzdem bin ich froh, dass dich der Weg nach
Gullorway führt.“ Endlich, wollte ich hinzufügen, verkniff es mir jedoch.
„Du hast das entwickelt?“
Er sah mich nicht an. Dafür schweifte sein Augenpaar über die Bewässerungsanlage.
„Es funktioniert besser als beim ersten Mal, wenn auch noch nicht optimal. Der
Wasserdruck reicht oftmals nicht aus, um die entlegensten Bereiche zu versorgen. An der Stelle, an der die Bambusrohre aufeinandertreffen, sind sie stellenweise undicht. Der Mukonor verschlämmt die Leitungen ...“
Ich fuhr mir mit dem Ärmel über die schweißnasse Stirn und behielt einen schlammbraunen Streifen darauf zurück. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass ich mein Gesicht mit Lehmpunsch eingestrichen hatte, einer Eigenkreation zum Schutz meiner hellen Haut gegen die unbarmherzige Sonne.
Skyler schien mein Aussehen nicht zu stören. Stattdessen malten seine Kiefer angespannt aufeinander. Schweigsam betrachtete er den spärlichen Wuchs auf den Feldern. Getreide, Kartoffeln und Lendjens, eine nahrhafte Wurzelfrucht, die der Hitze des Tages trotzte, dafür in der Kühle der Nacht heranreifte.
„Du hast viel geschafft.“ Ein unergründlicher Ausdruck trat in seine Augen.
„Ich bekam unerwartet Unterstützung …“ Insgeheim hegte ich den Wunsch, dass diese ihm geschuldet war.
„Leider nicht von mir.“ Er rang sich ein Lächeln ab. Konnte er Gedankenlesen?
„Jetzt bist du ja da“, versuchte ich, meine Enttäuschung zu kaschieren, von ihm keine Hilfe erhalten zu haben. „Komm mit. Ich zeige dir Gullorway. Später lassen wir uns von Jodee ein stärkendes Getränk geben.“
Ich unterdrückte das Verlangen, ihn zu berühren. Als die Bowmen meine Schwester Charise und mich in den Sümpfen Greenerdoors gefangen nahmen, stand zunächst eine unsichtbare Wand der Feindschaft zwischen uns. Dann begannen wir einander zu achten und schließlich verband uns mehr denn bloße Freundschaft miteinander. Doch die Bowmen lebten nach ihren eigenen Gesetzen. In ihren Augen beanspruchten Frauen eine untergeordnete Stellung. Ihre Meinung zählte nicht. Eine Barriere, die wir bis heute nicht überwanden.
Wir ließen die Felder hinter uns und die neugierigen Blicke derer, die darauf arbeiteten.
Einige von ihnen, die sich mir damals anschlossen, stammten sogar aus Greenerdoor.
„Wir errichteten die Häuser auf den alten Fundamenten. Was uns an Baumaterial fehlte, fanden wir teilweise in den Ruinen. Die restlichen Steine stammen aus dem Steinbruch der Ellar Hills.“
„Ein weiter Weg bis hierher.“
„Ja.“
Es war eine fast unmenschliche Schinderei. Dankbar nahmen wir jede Hilfe von Handwerkern und Händlern mit Karren an, die sich unverhofft in unsere Gegend einfanden.
In den Nächten schmerzten die zerschundenen Hände von der ungewohnten Arbeit.
Manchmal fürchtete ich, nie wieder aufrecht gehen zu können.
„Dank der Erinnerungen meines Vaters gelang es mir, Baupläne zu Papier zu bringen, die den Baumeistern als Vorlage dienten.“
„Sind sie … lebendig geworden?“
Ich wusste, worauf er anspielte. Meine Gabe Bilder darzustellen, die real wurden. Eine mächtige Fähigkeit die vielen Menschen das Leben kostete, wenn sie uns auch am Ende von der Knechtschaft der Herren von Kandalar befreite.
„Nein“, sagte ich mit Bestimmtheit. „Die Zeiten haben sich geändert. Es ist nicht erforderlich, zu magischen Hilfsmitteln zu greifen. Außerdem gibt es keine Bedrohung mehr für die Bevölkerung von Kandalar.“
„Du versteckst dich hinter einem Trugbild.“
„Ich verstecke mich vor niemandem.“ Gekränkt presste ich die Lippen aufeinander. „Hast du den weiten Weg von Greenerdoor etwa auf dich genommen, nur um mir Vorhaltungen zu machen?“
„Nein. Ich wollte dich sehen.“ Ein Lächeln huschte über sein Gesicht.
„Nach einem Jahr? Oder sollte ich etwa scheitern?“
„Ein bisschen habe ich es gehofft.“ Er grinste frech.
„Schönen Dank auch!“
Ich wandte mich ab und stapfte davon. Pfeilschnell war er bei mir und hielt mich am Arm fest.
„Brauchst du Hilfe, Avery?“
Garlow, ein kräftig gebauter Handwerker aus Scarles trat unverhofft an meine Seite und warf Skyler einen drohenden Blick zu.
„Nein, alles gut. Vielen Dank, Garlow.“
Dennoch blieb er einen Moment wie versteinert stehen, bevor er den Weg frei gab.
„Ich denke, es gibt keine Bedrohung mehr?“, raunte Skyler, wobei er mich belustigt ansah.
„Vermutlich hat ihn dein wildes Aussehen alarmiert. Ist das alles, was du an Gepäck dabeihast?“ Ich wies mit dem Kinn auf seine Waffen und die Ledertasche über der Schulter.
„Wo ist dein Pferd?“
„Bis Abylane nahm mich einer unserer Händler auf dem Karren mit. Den Rest der Strecke habe ich zu Fuß zurückgelegt. Wo kann ich übernachten und die Spuren der Reise abwaschen?“
Er sah mich durchdringend an, als erwarte er mehr als eine Einladung von mir.
„Am Marktplatz gibt es eine Herberge. Sie ist einfach aber zweckmäßig.“
Er nickte, dann folgte er dem beschriebenen Weg. Mit klopfendem Herzen wandte ich mich ab.
„Schon zurück?“
Die Hände meines Vaters zitterten, während er einen Karpfen entschuppte, den er für unser Abendessen vorsah. Die Gefangenschaft in den Kerkern der Burg von Kandalar machten aus ihm einen alten Mann, obwohl er erst achtunddreißig Jahre zählte. Der schmerzliche Verlust meiner Mutter und meiner Schwester, sowie der Wiederaufbau Gullorways taten das
Übrige dazu.
„Lass mich das doch machen, Dad.“
Sanft legte ich ihm die Hand auf die Schulterblätter, die so dürr waren, dass sie durchs Hemd stachen. Er schüttelte energisch den Kopf.
„Du kannst Zwiebeln hacken und den Ingwer zerreiben. – Erwarten wir noch Besuch?“, fragte er scheinheilig.
„Nein.“
Er brummte etwas Unverständliches und gab sich weiter seinen Kochkünsten hin.
Nach dem Essen schlenderte ich zu Jodee, unserer Heilerin. Seit Greenerdoor bestand eine tiefe Freundschaft zwischen uns. Bereits dort unterwies sie mich in der Heilkunst. Hier setzte sie ihre Arbeit mit Feuereifer fort.
„Habe soeben alles fortgeräumt.“
Sie strahlte mich an, wobei ihr Lächeln über die kreideweißen Zähne hinaus bis zu den Ohren reichte. Ich kannte niemanden sonst, der so von innen heraus strahlte. Kaum einen Meter fünfzig groß, wirkte sie dennoch sehr präsent. Ihre Haut, von dem tiefen Schwarz der Menschen aus dem Norden, machte sie ebenso zur Exotin, wie mein blasser Teint und das
flammend rote Haar.
„Ich wollte nur …“
„Er ist nicht hier.“ Sie warf den Kopf in den Nacken, wodurch ihr die langen, kunstvoll geflochtenen Zöpfe bis weit über die Hüfte fielen.
„Hm?“, gab ich mich ahnungslos.
Jodee kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen.
„Skyler, bei den Göttern nochmal! Und es wird wohl eine Weile dauern, bis er seinen Rausch ausgeschlafen hat, das kann ich dir versichern.“
Geschäftig räumte sie Gläser mit undefinierbarem Inhalt ins Regal, das sie kaum mit den Fingerspitzen erreichte.
„Er hat auf dich gewartet. Als du nicht kamst, verlangte er nach Kumbrael, unverdünnt. Er hatte sich einen gewaltigen Rausch angetrunken. Danach ist er zur Herberge aufgebrochen.
War das deine Idee mit der Unterkunft?“ Eine haarlose Augenbraue, nachgezogen mit einem Kohlestift, schoss skeptisch in die Höhe.
Ich nickte und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Scheint ihn irgendwie getroffen zu haben.“
„Dann für mich auch einen Kumbrael“, bat ich sie mit Genugtuung.
Jodee brach in ein donnerndes Lachen aus. Es dauerte einen Augenblick, bis sie sich wieder gefangen hatte.
„Das wollen wir gar nicht erst einführen. Dafür bist du noch zu jung.“
„Ich bin fast achtzehn“, protestierte ich.
Ihre kurzen Arme umfassten meine Hüfte und zogen mich zum Tisch hin.
„Für dich habe ich etwas Anderes.“
Sie griff unter ihren Umhang, brachte ein kleines Ledersäckchen hervor, zog an einer Schnur und entleerte den Inhalt auf die Tischplatte. Argwöhnisch sah ich sie an.
„Was soll das sein?“
„Es schützt dich vor ungewolltem Kindersegen“, legte sie mir unverblümt dar.
Ich schnappte nach Luft, sie dagegen erklärte mir die Zusammensetzung der braunen Kügelchen bis ins Detail.
„Jodee, du bist mir eine treue Freundin aber, was zwischen Skyler und mir ist, geht nur uns etwas an.“
„Entschuldige. Ich wollte nicht indiskret sein.“ Sie hob abwehrend die Hand. „Willst du darüber reden?“
„Nein“, sagte ich mit Bestimmtheit.
„Sehen wir uns dann morgen? Ich würde dir gerne zeigen, wie du gegen Blutvergiftungen vorgehen musst.“
Ich nickte und verließ mit hochrotem Kopf den Raum.
Am nächsten Tag war ich schon früh auf den Beinen und damit offensichtlich nicht die Einzige. Mein Vater und Skyler saßen bereits am Tisch in eine hitzige Debatte verstrickt.
„… werde ich niemals dulden!“, hörte ich meinen Vater gerade ausrufen. So aufgebracht hatte ich ihn noch nie erlebt.
„Was duldest du nicht?“, fasste ich sofort nach.
„Nichts. Guten Morgen, Liebes.“
Er nahm mich zur Begrüßung in die Arme. Ein unterdrücktes Beben durchfuhr seinen Körper, woraufhin ich Skyler zornige Blicke sandte.
„Dafür, dass es um nichts geht, habe ich euch beide bis in meinem Zimmer gehört.“
„Guten Morgen, Avery“, erklang die raue Stimme Skylers. Seine rotgeäderten Augen zeugten noch von dem übermäßigen Kumbraelgenuss.
Ich ignorierte ihn, rückte mir stattdessen einen Stuhl zurecht.
„Also?“
„Das hat Zeit bis nachher. Skyler wollte sowieso gerade gehen.“
Das kam einem Rauswurf gleich und machte den Ernst der Lage deutlich.
„Was ist denn in euch gefahren? Kann mir mal einer erklären, was los ist oder muss ich raten?“
Die Männer saßen mit versteinerten Mienen da, bis Skyler sich als Erster aus der Starre löste.
„Dein Vater will einfach nicht einsehen, wieso es unerlässlich ist, dass du mit mir nach …“
Mein Vater hob gebieterisch die Hand zum Zeichen dafür, dass Skyler schweigen sollte.
„Meine Tochter hat lange gebraucht um sich hier ein neues Leben aufzubauen, etwas, das dich offenkundig nicht interessierte. Ich setze ihr Leben kein zweites Mal aufs Spiel“, fuhr er ihn mit ungewohnter Schärfe an.
„Es war nie meine Absicht, Averys Leben oder das anderer in Gefahr zu bringen, aber sie muss lernen, ihr Potenzial zukünftig besser einzubringen.“
„Das da wäre“, wandte ich mich nun doch an Skyler.
„Es sind nicht allein die Bilder, die du malst und die daraufhin zum Leben erwachen oder deine Fähigkeit, dich und andere mit einem Schutzbann zu belegen. Der Grundstein deiner Gabe wurde dir bereits in die Wiege …“
„Raus aus meinem Haus!“
Mein Vater war aufgesprungen, baute sich drohend vor Skyler auf, dabei hätte dieser ihn mit einem einzigen Schlag zu Boden gehen lassen können.
Geschmeidig erhob er sich, um der unmissverständlichen Aufforderung meines Vaters Folge zu leisten.
„Wie du willst!“ Er zielte mit dem Zeigefinger auf ihn wie mit einer Waffe. „Du bist ihr Vater, Aris. Aber lass sie nicht länger im Ungewissen.“ Mit diesen Worten rauschte er davon, ohne sich nochmals umzudrehen.
„Ich will dich hier nicht mehr sehen, hörst du?“, schrie mein Vater ihm hinterher, um das letzte Wort in dieser Angelegenheit zu behalten.
Schwankend hielt er sich an der Tischkante fest. Ich ließ ihm die Zeit, die er benötigte, um seine Fassung wieder zu erlangen.
„Was ist zwischen euch vorgefallen?“, fragte ich leise.
„Er will, dass du mit ihm gehst. Aber das lasse ich nicht zu!“
„Ich soll mit ihm zurück nach Greenerdoor gehen?“
War er deshalb gekommen, damit ich seine Zugesprochene wurde, wie es die Bräuche der Bowmen verlangten?
„Nein, diesmal will er sicher sein, dass ich ihn nicht behindere und dich nach Kadolonné mitnehmen“, stieß er verbittert hervor.
„Nie gehört davon.“
„Ein winziges Bergdorf in Merdoran bei den Ellar Hills.“
Ellar Hills. Die Bezeichnung war stark untertrieben für eine Gebirgskette, deren Spitzen oft in den Wolken verschwanden und deutlich höher waren, als der Berg, der Burg von Kandalar.
„Woran hast du ihn denn schon einmal gehindert?“, hakte ich nach.
„Mit uns nach Gullorway zu kommen.“
Jetzt verstand ich überhaupt nichts mehr.
„Du hast …“
Mit einem schmerzhaften Ausdruck in den Augen sah er mich an.
„Er ist nicht gut für dich, Avery. Sieh dir doch bloß deinen Arm an. Mit einem Brandzeichen hat er dich als seinen Besitz gekennzeichnet. Welcher Mann tut einer Frau dies an?“
„Das war nicht er, das waren die Bowmen.“
„Deren Anführer er zu diesem Zeitpunkt war.“
„War?“, fragte ich verwundert.
„Offensichtlich hat er dir nicht alles gesagt.“ Triumph schwang in seiner Stimme mit. Er begann Geschirr zusammenzustellen und am Waschbecken zu werkeln.
„Wir haben kaum miteinander gesprochen, Vater. Er war müde von der Reise. Womit sollst du mich nicht länger im Ungewissen lassen?“
Mit hängenden Schultern stand er da, die knochigen Arme auf der Anrichte abgestützt.
„Nichts, Kind. Er war aufgebracht und wollte mich bloß beleidigen.“
Sanft drehte ich ihn zu mir um, zwang ihn, mich anzusehen.
„Welchen Grund hatte er dafür, Vater? Rede mit mir! Wir haben uns nie über das ausgesprochen, was in Gullorway passiert ist und danach.“
„Es liegt viel weiter zurück, Avery.“



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