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Stefanie Du. Murphy
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  27-07-2017 22:00 27-07-2017 22:00 221  Gelesen 221 Gelesen
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"Legends of the Past: Schatten über Makania" Ein Fantasyroman von Stefanie D. Murphy.



Ein sehr altes Buch voller Rätsel und das bedrückende Gefühl einer sich nähernden Gefahr, die die gesamte Galaxis bedroht, machen Sisu Asami, Anführerin und Seherin der Zzun, das Herz schwer. Doch die Zeichen und Warnungen zu ignorieren, die ihnen jemand vor langer Zeit in dem Buch hinterlassen hat, kann sich niemand leisten, auch nicht Heerführer Minas und Admiral Corvin, deren Völker sich seit beinahe zwanzig Jahren im Krieg miteinander befinden. Auch ihre Planeten sind bedroht.
Werden sie sich zusammenraufen, um der drohenden Gefahr gemeinsam zu begegnen? Welche Rolle spielt der junge Pilot Cailean dabei? Um alle Rätsel zu lösen, müssen sie sich auf eine gefährliche Reise begeben, von der sie nicht wissen, ob sie sie bewältigen können. Doch es scheint ihre einzige Hoffnung zu sein...



Leseprobe:



Ein blutrotes Tuch legte sich über die Wälder des Mondes Makania, der langsam in den Schatten des Planeten Brin eintrat. Es war die schönste Zeit des Tages auf dem Trabanten, denn der Farbenschmelz, in welchen er bei Sonnenuntergang eintauchte, war der imposanteste im ganzen Sonnensystem und weit darüber hinaus.
Die Landschaft des Mondes war einzigartig. Jeder, der ihn jemals gesehen hatte, schwärmte von seinen üppigen Wäldern, durch die mächtige Flüsse mäanderten, die in den fernen Bergen entsprangen. Das Wasser war kristallklar und voller Leben und kein Wanderer, der entlang der Flussgestade wandelte, musste Hunger oder Durst erleiden. Am Ende seiner Reise stürzte das Wasser in ausladenden Wasserfällen über die felsigen Klippen, bevor es sich in einem gewaltigen Ozean ausruhen durfte.
Die Häuser der Zzun, dem Volk, welches auf dem Mond beheimatet war, waren kaum zu erkennen. Ihr verträgliches Leben mit und in der Natur schlug sich so sehr auf die Architektur nieder, dass alle Gebäude perfekt darin eingebettet waren. Umgeben von liebevoll angelegten, pittoresken Gärten schien es, als wären die Häuser aus dem Boden gewachsen und nicht gebaut worden. Es gab nur eine einzige Stadt auf dem Mond: Makania Prime. Sie beherbergte, neben dem beeindruckenden Kristallpalast, die über alle Grenzen hinaus bekannten Kunsthandwerksstätten, wie es sie sonst nicht mehr gab: Die Ledermanufakturen, welche die prächtigsten und aufwendigsten Reitsättel herstellten. Die Glasbläsereien, die die brillantesten Kleinode anfertigten, die Goldschmiede und Bildhauer, die Porzellanmaler ... es schien, alles auf diesem Mond sollte nur einem Zweck dienen: die Welt noch schöner zu machen.
Man erzählte sich sogar, dass es nirgendwo im ganzen Universum anmutigere und reizvollere Frauen gab, als die Frauen der Zzun. Ihre Schönheit war legendär, doch nur die schönsten der Schönen durften dem Palast dienen und in seinen Mauern verweilen. Man nannte sie Sisali, die Kostbaren.
Sisali waren überaus gebildet und beherrschten die feinen Künste, wie etwa die Musikerinnen, deren Aufgabe es war, alte Weisen nicht vergessen zu lassen und neue zu komponieren. Einige waren der Dichtkunst, der Poesie mächtig, andere dem Spiel der Tragödie und Komödie zugetan. Wieder andere malten die phantastischsten Bilder oder sangen mit Stimmen, so glockenklar, dass man in einen Bann geriet, dem man sich nur schwer entziehen konnte. Ihr Ruf eilte Lichtjahre ins Universum hinaus und selbst tausende Jahre später wusste man noch von ihnen zu berichten.
Die geheimnisvollsten unter ihnen waren jedoch die Sitamiri, die Wächterinnen. Ausgebildet in jeder erdenklichen Art der Kampfkunst, bildeten sie sowohl die Leibgarde als auch die engsten Vertrauten und Beraterinnen der Sisu, der Kostbarsten, gleichwohl auserwählte Herrscherin als auch Seherin der Zzun.
Sisu Asami diente nun schon seit siebenundzwanzig Jahren ihrem Volk, doch schien sie um keinen Tag gealtert zu sein, seit sie den Thron bestiegen hatte. Ihre Weisheit wurde geschätzt, ihr Rat war unbezahlbar, doch ihre Güte und Herzlichkeit waren es, warum ihr Volk sie so sehr liebte.
Ihre Schönheit war unerreicht. Ihr langes, glänzendes Haar hatte immer noch die tiefrote Farbe des Blutdornbusches, die dunkelblauen Augen schienen undurchdringlich und ihre Haut wirkte zart wie Porzellan.
An diesem Abend jedoch, verfärbte sich das Blau ihrer Augen in ein tiefes Schwarz. Das taten sie immer, wenn Asami versuchte, den Schild des Mondes zu durchdringen und die Welt dahinter zu erfühlen.
Immer weiter wich das Tageslicht vor der Dunkelheit des Abends zurück, als sie auf dem Balkon ihrer Privatgemächer stand und in den Himmel blickte. Ein Frösteln lief über ihren Rücken und ein leiser, fast kaum wahrnehmbarer Seufzer verließ ihre Lippen.
»Geht es Euch gut, Asami?«
Asami zuckte zusammen. Aus dem Schatten einer Fensternische trat Riva hervor, eine ihrer Leibwächterinnen.
»Verzeiht«, entschuldigte sie sich, »ich wollte Euch nicht erschrecken!« Die ganz in schwarz gehüllte Sitamiri neigte ihr Haupt.
Asami mühte sich ein Lächeln ab. »Ich glaube, ich werde mich in hundert Jahren nicht daran gewöhnen, dass man euch zwar nicht sieht, ihr aber immer allgegenwärtig seid!« Sie blickte wieder hinauf in den Himmel. »Wie lange bist du jetzt an meiner Seite, Riva? Zwölf Jahre?«
»Beinahe vierzehn sind es schon, Asami!«, antwortete Riva.
»Vierzehn? Bei den Göttern, wo ist die Zeit hin verflogen!« Asami drehte sich nachdenklich um und nahm Platz in einem der Sessel. »Komm, setz dich zu mir, ich muss mit dir reden!«
Riva gefiel es gar nicht, dass ihre Sisu so bedrückt war und überlegte, ob sie etwas falsch gemacht hatte, darum setzte sie sich in den Sessel neben ihr und schwieg erst einmal.
Asami versuchte, die richtigen Worte zu finden. »Wie lange, meine Freundin, blicken wir nun schon Nacht für Nacht in den fernen Himmel auf und sehen die blinkenden Trümmer vorüberziehen? Die Explosionen, die Feuergefechte! Glaubst du, es wird jemals enden?«
Riva war verwirrt. »Verzeiht mir, Asami, aber nicht ich bin es, die sehen kann.«
Die Herrscherin lächelte. »Eine weise Antwort, sie hätte von mir sein können. Aber ich kann nicht in die Zukunft sehen. Du weißt, dass uns das verboten ist. Ich sehe die Dinge nur wie sie sind, klarer als die anderen, verschmelze diese Informationen miteinander, um daraus erfahren zu können, wie sie wohl wahrscheinlich sein werden!«
Riva nickte zustimmend.
»Kannst du dich noch an das Lied erinnern, das vor langer langer Zeit geschrieben wurde? Das Lied, in dem drei Helden besungen wurden, die das Universum einten?« Asami blickte fragend und wissend zugleich zu Riva und gab sich die Antwort selbst: »Natürlich kannst du das, wie konnte ich fragen.« Sie nestelte an ihrem Kleid herum. »Ich kenne den genauen Wortlaut nicht mehr, aber das ist mir im Moment nicht so wichtig. Was ich wissen muss, ist, wann genau wurde es geschrieben? Wer hat es verfasst? Du kennst meinen Hofstaat besser als jede andere. Suche mir jemanden, der mir dies beantworten kann.«
»Wie Ihr befiehlt, Asami.« Riva erhob sich.
»Nein, Riva, ich befehle es nicht. Ich bitte dich darum.« Asami legte ihr einen Arm um die Schulter. »Ich vertraue niemandem mehr als dir! Und diese Sache ist wichtig. Ich weiß, du fragst dich, was das alles soll. Ich kann es dir zu diesem Zeitpunkt noch nicht erklären, denn ich weiß es selbst noch nicht ganz genau. Es ist wie eine plötzliche Eingebung und sie nagt an mir. Ich weiß nur, dass ich ihr nachgehen muss. Sprich mit niemandem darüber. Und nun eile dich!« Asami wandte sich von Riva ab, die sich verbeugte und die Gemächer der Sisu verließ.
Umgehend wurde ihr Platz durch eine andere Sitamiri ersetzt. Asami schüttelte den Kopf. Sie fand die Besorgnis um ihre Person manchmal übertrieben. Seit mehr als zweihundert Jahren hatte niemand mehr versucht, zu einer Sisu durchzudringen. Dem, der es einst tat, war es gar nicht gut bekommen. Er schaffte es nicht einmal durch die Haupthalle. Es hatte sich schnell herumgesprochen, dass die Sitamiri schnell und ebenso lautlos wie gnadenlos waren und es bis heute geblieben sind. Seit diesem historischen Vorfall hatte es keiner mehr gewagt, unbefugt den Palast zu betreten.
»Ich werde zu Bett gehen«, rief Asami ihrer Leibwache zu. »Sollte Riva zurückkommen, weckt mich!«
Die Sitamiri nickte. »Der Balkon ist gesichert und ich werde vor Eurer Tür wachen, Sisu.«
Asami dankte ihr und wartete, bis sie das Zimmer verlassen hatte. In Gedanken versunken entkleidete sie sich und begab sich zu Bett, wo sie erst nach einer gefühlten Ewigkeit in einen unruhigen Schlaf fiel.
Riva machte sich umgehend auf den Weg. Sie wusste natürlich sofort, wen sie finden musste, um Genaueres zu erfahren. Die Hofdichterin nannte ihr den Namen des Werkes, das Sisu Asami verlangte. Nun wusste sie genau, wonach sie suchen musste.
Das Archiv von Makania Prime war riesig, denn Jahrhunderte des Wissens waren hier gelagert. Über elf Etagen erstreckte sich die umfangreiche Bibliothek, die Regale waren vollgestopft mit Büchern. Drei ganze Stockwerke dienten alleine der Wissenschaft. Die Zzun waren begnadete Ingenieure, Techniker und Forscher, und niemand im System verfügte über das Wissen, welches die Zzun sich angeeignet hatten. Ihre größte Errungenschaft war allgegenwärtig: Der Schutzschild, der seit fast zwanzig Jahren ihren Mond umhüllte und einzigartig war.
Riva beeilte sich. Sie musste in die Abteilung für historische Werke. Die Wendeltreppe zu dem drei Etagen tiefer gelegenen Antiquariat war ein Meisterwerk. Keine Stufe, keine Sprosse, kein bisschen Handlauf war unverziert. Die Schnitzereien und Goldintarsien zeugten von meisterlicher Hand und Geschick und man hätte Monate gebraucht, sich jede einzelne genau anzusehen. Doch Riva hatte keine Zeit für die außergewöhnliche Arbeit.
Im Antiquariat angekommen, musste sie sich erst einmal Zugang zu den gläsernen, gekühlten Kammern verschaffen, was kein Problem für sie war, denn sie besaß einen Generalcode, der ihr im gesamten Reich alle Türen öffnete. Hier drinnen lagerte das Wissen und die Kunst von über zweitausend Jahren und so dauerte es eine ganze Weile, bis sie an der richtigen Kammer ankam. Sie tippte den Code ein.
Ein leises Zischen war die Antwort, als der Mechanismus entriegelt wurde und Riva konnte eintreten. Sofort verschloss sich die Tür wieder. Sie registrierte eine Bewegung hinter sich und war kampfbereit. Ein Reflex, den sie sich jahrelang antrainiert hatte. Doch sie beruhigte sich umgehend. Die Bewegung, die sie wahrgenommen hatte, war das Glas der Kammer. Sobald man sie betrat und die Tür sich wieder schloss, wurde das Glas undurchsichtig, sodass keine Unbefugten von außen Einsicht hatten. Jedoch die Zzun wären nicht die Zzun, wenn sie nicht auch dieses künstlerisch gestaltet hätten. Am Boden der Scheiben begann ein Baum zu wachsen. Er wuchs immer höher und höher und irgendwann verdeckte eine ausladende Blätterkrone die komplette Sicht ins Innere. Riva war kurz beeindruckt und hob eine Augenbraue. Ihre Anspannung lockerte sich und sie suchte nach dem Buch der poetischen Weisen. Sie fand es vergleichsweise schnell und wunderte sich. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern, ja zu den meisten, war dieses hier sehr klein.
»Gut so«, flüsterte sie, »besser zu verstecken, leichter zu tragen.« Sie schob das Büchlein unter ihre Jacke und verließ die Kammer. Kaum war die Tür zu, fielen die Blätter des Baumes ab und nach und nach waren die Scheiben, wie von Geisterhand, wieder durchsichtig.
Langsam schritt sie die Stufen der Wendeltreppe hinauf. Sie hatte es nicht eilig, denn sie wollte Asami wenigstens ein paar Stunden Schlaf schenken. Ihr Gefühl sagte ihr, dass große Dinge ihre Schatten voraus warfen und ihre Sisu alle Kraft benötigen würde, die sie aufbringen konnte. Auf dem Weg zu den herrschaftlichen Gemächern schwirrten Gedanken durch Rivas Kopf. Sie fühlte, wie sich mehr und mehr drohendes Unheil ankündigen wollte. Ihre Sinne waren hellwach und sie konnte nicht davon ablassen.
An der Tür von Asamis Gemächern angekommen, nahm sie in dem mit rotem Samt überzogenen, wuchtigen Stuhl Platz, nachdem sie der dort wachenden Sitamiri geboten hatte, eine Runde durch den Palast zu drehen.
Sie schloss ihre Augen und jeder, der sie so betrachtet hätte, wäre überzeugt gewesen, sie schliefe. Aber Riva war nur angespannt wachsam. Ihre ganze Konzentration galt dem, wozu sie ausgebildet wurde: »Ich werde vorbereitet sein, komme, was wolle«, sprach sie in Gedanken zu sich selbst. Und das tat sie nun – sich vorbereiten!


Legends of the Past – Schatten über Makania ist die Neuauflage des bereits 2014 unter dem Namen Schatten über Makania erschienenen Romans. Geändert hat sich das Format und das Cover. Der Inhalt ist, bis auf einige Korrekturen, gleich geblieben.



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