23. November 2017 - 15:30:51
Ereignisse
Mitglieder Online
Gäste Online: 2

Mitglieder Online: 0

Mitglieder insgesamt: 7
Neuestes Mitglied: Mandy Schur
Login
Benutzername

Passwort



Passwort vergessen?
Um ein neues Passwort anzufordern klicke hier.
Anmeldung
Newsletters

Anmeldung zum Newsletter






Angemeldet: 49
Kinderbuchvorstellung "Mein kleiner Hund Loocky"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  11-07-2017 20:30 11-07-2017 20:30 468  Gelesen 468 Gelesen
printer




"Mein kleiner Hund Loocky" Ein Kinderbuch von Alexandra Stempin.



Als Henry mit seinen Eltern nach Deutschland zieht, bricht für ihn die Welt zusammen. Er vermisst seine alte Heimat und natürlich auch seine Freunde. In seinem neuen Zuhause fühlt er sich oft einsam und unsicher.
Als dann der kleine Hund Loocky in sein Leben tritt, verändert das alles.
Die Anwesenheit der süßen Fellnase wirbelt seinen Alltag ordentlich durcheinander. Kann er Henry vielleicht sogar bei der Lösung seiner Probleme helfen?



Leseprobe:



Am nächsten Morgen werde ich durch das nervige Klingeln meines Weckers aus meinen Träumen gerissen. Ich gähne vor mich hin und ziehe meine Bettdecke über den Kopf. Ich bin so müde und möchte noch nicht aufstehen.
Heute Nacht habe ich nämlich schlecht geträumt und bin immer noch total verschlafen. In meinem Traum erinnerte ich mich an mein altes Zuhause in Frankreich und an die Zeit, als ich von meinen Eltern erfuhr, dass wir nach Deutschland ziehen werden. Wieder kam die Angst bei mir hoch. Oh man wie sehr ich doch meine Freunde vermisse. Ich würde so gerne wieder zurück.
„TÜ, TÜ, TÜ, TÜ“, der Wecker klingelt erneut. Ich schalte ihn wieder aus und recke und strecke mich. Warum habe ich den Wecker nochmal so früh gestellt? Ah ja, wegen Loocky! Ich bin doch jetzt Hunde-Papa! Beim Gedanken an meinen kleinen Hund wird meine Laune sofort besser. Ich hüpfe aus meinem Bett, putze mir die Zähne und ziehe mich schnell an. Leise schleiche ich ins Wohnzimmer, wo ich im Dunkeln meinen Papa erblicke, wie er auf der Couch schläft, einen Arm in den Hundekorb hält und laut dabei schnarcht. Als ich mich an seine Worte von gestern erinnere, die er zu Loocky gesagt hat, muss ich lächeln. Ich bin meinem Papa wirklich dankbar, dass er sich heute Nacht so lieb um ihn gekümmert hat. Aber wo ist denn bloß der Kleine? Ich kann ihn nirgendwo entdecken, daher knipse ich leise das Licht an.
Ach du Schreck. Oh, nein, nein, nein! Mist!, fluche ich innerliche, als ich zwei weitere Flecken auf dem weißen Teppich erkenne. Aus dem Schlafzimmer meiner Eltern höre ich, wie meine Mama langsam aus dem Bett steigt und durch den kleinen Flur Richtung Wohnzimmer schleicht. Zum sauber machen reicht mir jetzt die Zeit nicht mehr. Was soll ich denn jetzt machen? Ich möchte doch nicht, dass meine Mama schon morgens früh wieder einen hysterischen Anfall bekommt. Gestresst überlege ich, was jetzt die beste Taktik wäre. Und dann habe ich eine Idee. Ich hechte zu der großen grünen Topflanze, die im Zimmer steht und ziehe sie etwas zur Seite und der erste Flecke ist nicht mehr zu sehen. Danach sprinte ich zu unserem braunen Sessel und verschiebe auch diesen. Puh, da hab ich aber noch mal Glück gehabt! Völlig außer Atem, da der Sessel und die Pflanze echt schwer sind, aber darüber erleichtert, dass man die gelben Flecken nicht mehr sieht, renne ich zu Loocky, der bereits an der Haustür steht, schnappe ihn mir und laufe mit ihm die Treppe runter nach draußen, bevor er nochmal irgendwo in die Wohnung macht.
Leider sträubt sich Loocky, auch am heutigen Morgen an der Leine zu gehen, also setze ich ihn mitten auf der Wiese vor unserem Haus ab. Ungeduldig rede ich auf ihn ein, „Nun komm schon Loocky, jetzt kannst du Pipi machen. Oder ist deine Blase mittlerweile schon ganz leer? Und dein großes Geschäft musst du doch auch noch erledigen.“ Loocky schaut sich aber nur in der Gegend um, setzt sich dann hin und beginnt genüsslich an den Grashalmen rum zu kauen. „Oh man Loocky, du sollst nicht essen, sondern pinkeln“, meckere ich mit ihm. „Außerdem bist du doch ein Hund und keine Kuh oder ein Schaf! Seit wann essen denn Hunde Gras?“ Etwas verzweifelt hebe ich ihn an und setzt ihn ein Stückchen weiter wieder ab. Loocky beginnt an allem zu schnuppern, hockt sich dann hin und macht Pipi. „Ja super! Brav mein Kleiner das hast du gut gemacht“, lobe ich ihn und streichle ihn zur Belohnung. Kurz darauf dreht sich Loocky paar Mal um seine eigene Achse und verrichtet auch sein großes Geschäft. Ich bin gerade ziemlich erleichtert, dass das so schnell ging, weil ich selber noch nicht auf Klo war und dringend Pipi muss.
Als wir beide in die Wohnung zurückkehren, bleibt mir nicht mehr viel Zeit zum Frühstücken. Daher schnappe ich mir das Butterbrot, was mir meine Mama liebevoll geschmiert hat in die eine Hand, meinen Ranzen in die andere Hand und verabschiede mich von meinen Eltern und ganz besonders vom Loocky, „Tschüss Loocky, ich komme so schnell ich kann wieder zu dir. Also stell bitte nichts an und sei schön brav. Bis dann Mama, Tschüss Papa!“
Am liebsten würde ich hier bleiben und den ganzen Tag mit ihm spielen, aber leider muss ich ja zur Schule. Ich seufze einmal schwer und mache mich auf den Weg. Meine Eltern scheinen die gelben Flecken noch nicht gesehen zu haben. Daher atme ich einmal tief aus und renne die Treppe hinab in den Keller, wo mein Fahrrad steht, springe auf und fahre zur Schule. Völlig abgehetzt komme ich in meiner Klasse an. Gerade noch rechtzeitig! Ich wische mir mit meiner Hand die Schweißperlen von der Stirn und lasse mich auf meinen Platz plumpsen. Unser Klassenraum ist sehr hell und freundlich. Überall hängen Bilder an den Wänden, die wir im Kunstunterricht gemalt haben. Die Schreibtische sind in mehreren Reihen hintereinander aufgestellt. Und wir sitzen jeweils immer zu zweit an einem Tisch.
Mein Platz ist in der vorletzten Reihe ganz rechts und meine Tischnachbarin ist Mia, ein kleines dunkelblondes Mädchen mit einer großen Zahnlücke. Mia sieht eigentlich ganz lieb und süß aus, ist aber ein kleiner Teufel und hat immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Sie ist nicht wie die anderen Mädchen. Mit Puppen spielen oder Seilchenspringen ist nichts für sie. Sie spielt lieber Fußball mit Jungs. Ab und zu verprügelt sie auch einen. Aber nie ohne Grund. Nein sie macht das nur um schwächere Kinder vor gemeinen und fiesen Schülern zu beschützen. Vor solchen die andere Kinder auslachen, ärgern oder mobben. Ja sie setzt sich für alle ein, die sich nicht selbst wehren können. Also im Grunde genommen ist sie ein Kind, welches das Herz am rechten Fleck hat. Erst als sie mich anspricht, bemerke ich, dass ich sie wohl angestarrt habe.
„Hey Henry, bist du gerade eingeschlafen, oder ist deine Speicherkarte voll? Soll ich dich vielleicht wieder neustarten?“, fragt sie mich und grinst gehässig.
„Ähm, ähm“, räuspere ich mich und merke wie ich etwas rot anlaufe.
„Du bist ja rot wie eine Tomate, hast du vielleicht Fieber?“, ärgert mich Mia weiter.
Zum Glück betritt im gleichen Augenblick Frau Schmidt unsere Klassenlehrerin das Klassenzimmer und sorgt für Ruhe. Sie trägt wie immer ihre Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden, eine Brille mit einer pinken Umrandung und ein buntes Blümchenkleid.
Ich verstehe gar nicht, warum mir das manchmal so unangenehm ist, wenn mich Mia direkt anspricht. Eigentlich ist sie doch bisher die Einzige, die sich ein bisschen für mich interessiert und mir bei den Schulaufgaben hilft. Schon in unserer ersten Stunde, als ich neu in die Klasse gekommen bin, gab sich Mia viel Mühe, um mit mir in Kontakt zu kommen. Sie malte unzählige Bilder, die sie mir zeigte und entwickelte sogar eine eigene Zeichensprache, um mit mir zu sprechen, da ich ja noch kein Wort Deutsch konnte. Das fand ich echt nett von ihr. Doch leider war sie wohl die Einzige, die diese Zeichensprache verstand. Ich jedenfalls nicht, und zeichnen konnte sie leider auch nicht besonders gut. Aber sie gab sich wirklich viel Mühe, daher habe ich einfach so getan, als würde ich verstehen was sie meint. Mittlerweile kann ich aber schon etwas Deutsch verstehen und für die kurze Zeit, die wir hier leben, auch einige Sätze sprechen. Zumindest habe ich das Gefühl, dass mich die anderen verstehen, wenn ich etwas sage.
„So liebe Kinder. Ich wünsche euch allen einen schönen guten Morgen.“
„Guten Morgen Frau Schmidt“, entgegnen wir wie in einem Chor.
„Wie jeden Montag beginnen wir unseren Schultag mit einem Sitzkreis, bei dem jeder von euch in drei Sätzen erzählen kann, was er besonders tolles am Wochenende erlebt hat. Also holt bitte eure Stühle nach vorne und stellt sie in einem Kreis auf.“ Alle Kinder befolgen nach einer Weile die Anweisung der Lehrerin. „Wer möchte anfangen?“
Die vorwitzige und selbstbewusste Mia meldet sich als Erste.
„Bitte Mia, aber denk daran nur drei Sätze!“
„Ja Frau Schmidt.“
Ob das wohl auch schon als ein Satz zählt?
„Also ich war am Wochenende mit Freunden unterwegs und wir haben Krieg gespielt. Wir haben im Park Höhlen gebaut und sind auf Bäume geklettert. Das macht soooo viiiel Spaaaaaaß! Später sind wir auf den Fußballplatz gegangen und haben Fußball gespielt.“ Mia redet wie immer ohne Punkt und Komma.
„Ok Mia, das waren schon mehr als drei Sätze.“
„Ja aber ich habe fünf Tore geschossen“, erklärt Mia aufgeregt weiter.
„Ok, danke Mia.“
„Und eins davon war ein Kopfball. Und dann….“
„Mia jetzt ist Schluss. Du musst dich auch an die Regeln halten“, mahnt meine Lehrerin, als Mia immer weiter quatscht.
Sie lehnt sich beleidigt mit verschränkten Armen auf ihrem Stuhl zurück. So wie es aussieht, war sie ihrer Meinung nach noch längst nicht fertig.
„So, wer möchte noch etwas erzählen? Wie wäre es mit dir Henry? Von dir habe ich schon lange nichts mehr gehört“, fordert mich die Lehrerin auf. Oh nein. Bitte nicht. Ich mag das überhaupt nicht. Ich blicke erschrocken in die Runde. Ich hasse diese Gesprächskreise. Immer wenn ich etwas erzählen muss, gucken die anderen alle so komisch, oder machen merkwürdige Geräusche und lachen über meinen Akzent. Man ist da allen total ausgeliefert. Ich hoffe, dass wenn ich jetzt nichts sage, meine Lehrerin vielleicht ein anderes Kind dran nimmt. Aber falsch gedacht.
„Komm Henry, erzähl doch mal von deinen Abenteuern am Wochenende“, ermuntert sie mich erneut.
Ich senke die Augen zum Boden und flüstere ganz leise: „Ich habe einen Hund bekommen.“



Hier geht es zu Amazon