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Buchvorstellung "Das eine oder andere Leben"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  15-06-2017 21:00 15-06-2017 21:00 273  Gelesen 273 Gelesen
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"Das eine oder andere Leben" Ein Liebesroman von Luise Isover.



Als die junge Bäckerstochter Adele mit Sebastian, dem schüchternen Studenten, zusammenkommt, wähnt sie sich am Ziel ihrer Träume.
Doch Sebastians gut gehütetes Geheimnis, stellt ihre Liebe auf eine harte Probe.
Viel zu schnell muss Adele Sebastian gehen lassen und versuchen, ihre Liebe aufrecht zu erhalten. Sie ahnt nicht, dass das erst der Anfang einer Reise ist, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird.
Denn auch Adele bleibt von der Wahrheit ihres Lebens nicht verschont.



Leseprobe:



Kapitel 8.

Die Reise in ein aufregendes Abenteuer


assende Musik kam aus den Kopfhörern, die Adele an das Radio des Flugzeugs angeschlossen hatte und sie summte ein paar Zeilen mit, denn sie fühlte sich wie auf den Wolken. Auf Wolke sieben, um genau zu sein. Bald war sie mit Sebastian wieder vereint und konnte zudem drei wundervolle Wochen mit Sahra verbringen.
Ihre Freundin schlief mittlerweile und das war Adele ganz recht, denn so konnte sie sich noch etwas entspannen oder ihren eigenen Gedanken hingeben.
Der Flug dauerte von Bern bis nach Frank-furt am Main nur drei Stunden und von da ging es auf direktem Weg mit einer Air India in 7 Stunden und 35 Minute nach Delhi. Der Flug war entspannt, auch wenn das lange Sitzen auf Dauer wirklich anstrengend wurde, weshalb sie, je weiter die Stunden fortschritten, umso mehr die Landung ersehnte.
In Delhi angekommen, machten sich die Bei-den auf den Weg, ihre Koffer zu holen und wollten ein Taxi suchen, welches sie dann gleich in ihr Hotel bringen sollte. Auf dem Weg zum Taxi wurden sie jedoch ausgerufen.
„Frau Adele Winzer und Frau Sahra Petsch, bitte an der Information melden!“
Sie schauten sich verwundert an und gingen zurück, bis sie an der Information eintrafen. Da stand ein Mann und empfing sie freundlich. „Namaste, ich seien Ihr Taxi zum Hotel Krishna.“
Sahra bedankte sich ebenfalls auf Hindi für die freundliche Geste. Sie hatte sich im Flieger die wichtigsten Höflichkeiten nachgeschlagen, um niemanden vor den Kopf zu stoßen. ‚Bitte‘ und ‚Danke‘ standen da ganz oben auf der Liste. Sie gingen hinter dem netten Mann her und staunten nicht schlecht, als sie ihr Taxi sahen. Es war ein dreirädriges Motorrad mit einer Kabine, so wie es eben in Indien üblich war. Ihr kleines Heft, was noch in ihrer Jackentasche steckte, hatte ihr das im Flieger ebenfalls verraten.
Der Mann fuhr die Beiden zu ihrem Hotel, mit dem schönen Namen ‚Krishna‘. Es hatte drei Sterne, war klein und nicht so überladen. Dafür mitten in der Stadt, nicht weit vom Bahnhof entfernt, so dass sie innerhalb von drei Minuten die Bahn erreichen konnten, wenn sie wollten.
In der Empfangshalle stand eine kleine, zierliche Frau, in einem bezaubernden Sari aus grünem Chiffon, mit wunderschönen Stickerei-en und Pailletten. Sahra bekam sich vor Staunen gar nicht mehr ein und sie redete die ganze Zeit davon, dass sie genauso einen Sari bräuchte und löcherte die Frau auf Englisch, wo man so etwas kaufen konnte. Die Frau lächelte nur und begrüßte beide auf Hindi mit den wunder-vollen Worten: „Suprabhat padhariye.“
Adele bedankte sich für den netten Empfang, indem sie ihre Hände aneinanderlegte wie beim Beten in der Kirche und verbeugte sich. Sahra tat es ihr gleich und beide gingen anschließend zum Tresen. Dahinter stand ein junger Mann, der sie auf Englisch empfing und ihnen ihr Zimmer zuwies. Sie mussten mit dem Fahrstuhl in die zweite Etage und dann nach links ins Zimmer Nr. 202. Er übergab den Schlüssel mit den Worten: „Ihr Gepäck ist schon auf dem Zimmer.“
„Danke!“, sagten beide und gingen nicht zum Fahrstuhl, sondern die wunderschöne Wendeltreppe hoch, bis in den zweiten Stock hinauf. Im Zimmer angekommen, fielen sie erst einmal aufs Bett.
„So und jetzt ein wenig schlafen, dann gehen wir Saris kaufen“, gähnte Adele und Sahra stimmte ihr leise zu.
„Oh ja.“ Es dauerte keine zwei Minuten, bis die Beiden eingeschlafen waren.


Nicht weit vom Hotel war Sebastian mit Jodha, Sunika und Großmutter Bamita unter-wegs. Sie liefen über den Markt. Jodha schaute sich die Glasarmreifen an. „Die sind so schön, schau mal, Chaacha!“
„Ja das stimmt, du hast Recht, aber da musst du noch etwas größer werden, bevor du welche tragen kannst.“
„Nein, nein, doch nicht für mich, für deinen Mond!“, sagte Jodha.
„Ach so, du meinst, sie werden ihr gefallen?“
„Ja, ganz bestimmt!“, erwiderte sie.
Sebastian ließ nachdenklich seinen Blick über die Auslagen der Armreifen wandern. Einer war schöner, als der Andere, so dass er sich niemals selbst hätte entscheiden können. Also bat er seine Beraterin um Hilfe.
„Und welche Farbe soll ich nehmen, was meinst du?“
„Na da, die Grünen natürlich.“ Sie deutete in eine Richtung, doch es gab verschiedene Grüntöne und Sebastian wollte schon nach den Armreifen greifen, als Jodha ihn noch mal auf-hielt. „Nein, nicht die. Die daneben, ja! Die sehen besonders schön aus und das grün ist so... es glitzert wie Gold!“
„Jodha, du kennst dich ganz schön gut aus, was den Schmuck angeht, was?“
„Ja, das haben mir alles Mama und Groß-mutter gezeigt und gesagt.“
„Gut, dann habe ich die beste Beraterin, die ich bekommen kann und nehme diese Armreifen.“ Er zeigte sie dem Verkäufer und dieser wollte sie gerade einpacken, als die kleine Person neben Sebastian noch mal einmischte.
„Chaacha nimmt zehn Stück.“
„Das macht dann zehntausend Rupien!“
„Hey, was soll das? Das ist viel zu teuer, die sind höchsten fünftausend Rupien wert, also werden wir auch nur fünftausend bezahlen!“, giftete Jodha den Händler empört an. Der zuckte zusammen, wog mit seinem Kopf hin und her und war letztendlich einverstanden.
„Wow, das kannst du aber gut!“
„Naja, ich kann doch nicht zulassen, dass der dich übers Ohr haut!“
Der Händler packte die Armreifen in eine Schachtel aus Holz und übergab sie schmunzelnd Jodha. „Sie haben da eine wirklich gute Verhandlungspartnerin an Ihrer Seite. Wenn sie mal groß ist, hat ihr Mann nichts zu lachen!“
Beide mussten schmunzeln, nur Jodha nicht, sie schaute mit einem bösen Blick zu dem Händler und hob ihre Hand zu einer Faust nach oben, dann gingen sie weiter.
Bamita stand an einem Stand mit Süßigkeiten, sie wollte noch etwas mitnehmen für die Opfergaben im Tempel, bevor sie heimgingen.
„Geben Sie mir die Sachen, ich trage sie gerne“, bot Sebastian an, Bamita nahm dankend an.
Sebastian brachte die schweren Beutel und Taschen nach Hause. Die Schachtel mit den Armreifen stellte er ganz vorsichtig in seinem Zimmer auf die Kommode. Dann ging er wieder nach unten in die Küche, wo Sunika und ihre Mutter sich gerade über die Geschichte mit den Armreifen unterhielten und lachten. Bamita rief alle im Haus zusammen, denn es war Zeit, in den Tempel zu gehen und Sebastian musste auch mit, schließlich sollte er für seine Adele beten, dass sie gesund blieb und sie sich bald wiedersahen.


In der Zwischenzeit hatten Adele und Sahra ihr kleines Schläfchen beendet, sich frisch gemacht und waren auf dem Weg zum Markt. Sahra wollte unbedingt einen Sari haben. Auf dem Markt angekommen, gingen sie gleich in das erste Geschäft und Sahra traute ihren Au-gen nicht, so viele schöne Saris hatte sie noch nie gesehen. Adele waren sie egal, sie ging nach draußen, gegenüber dem Laden war der Stand eines Armreifenhändlers. Adele ging hinüber und schaute sich die Reifen an und der Händler konnte seinen Blick nicht von ihr abwenden.
„chaand kee tarah“ Sie zog ihre Augenbrau-en zusammen, schüttelte den Kopf, ging weiter und dachte sich, dass die Männer hier schon komisch waren. Ein Stück den Markt lang runter, Richtung Tempel, stand eine Händlerin mit Saris, sie pries sie nicht an, sondern saß auf ihrem Hocker und wartete einfach nur. Sahra hatte inzwischen den Laden verlassen und war hinter Adele hergelaufen. Bisher hatte sie noch keine unangenehme Begegnung gehabt, doch nun sah sie sich plötzlich von mehreren Männern umzingelt. Sie redeten auf sie ein und versuchten ihre langen roten Haare anzufassen. Sie rief so laut um Hilfe, dass sich einige Frauen zusammentaten, um Sahra zur Hilfe zu eilen und prügelten mit Stöcken auf die Männer ein. Die eine Frau ergriff die Hand von Sahra und zog sie mit den Worten „jaldee se chale jao, ham purushon par rahate hain!“ von den Männern fort.
„Danke!“, hauchte sie. Auch wenn sie kein Wort verstanden hatte, so konnte sie nicht anders, als den Frauen für ihre Tat zu danken. Sie nahm ihre Beine in die Hand und rannte los, aber mit dem Sari war sie nicht so schnell. Laut rief sie nach Adele, die von der ganzen Sache nichts mitbekommen hatte.
„Ja, ich bin hier.“ Sie winkte. Sahra sah Adele am Stand einer weiß gekleideten Frau, dort holte sie sie endlich ein. Außer Atem brüllte sie Adele mit Tränen in den Augen an.
„Man, du kannst doch nicht einfach weggehen, ohne ein Wort zu sagen!“
„Ja aber guck dir das an, das sind die richtigen Saris, die sehen genauso aus wie der, den die Frau im Hotel anhatte.“ Sie wischte ihr die Tränen vom Gesicht.
„Stimmt, jetzt wo du es sagst!“ Sahra zitterte noch immer. Als Adele nachfragte, winkte sie jedoch ab. Sie würde es ihr vielleicht nachher erzählen, wenn sie sich selbst ein wenig beruhigt hatte.
Sahra probierte einen Sari an und kaufte ihn. Den anderen ließ sie einfach zurück in der Kabine, da er schlechte Erinnerungen weckte. Adele tat sich schwer, aber die Frau zeigte nur auf den einen grünen Sari, der genau vor ihr hing.
„Sahee Sari hai“ Und ohne zu zögern, zog Adele ihn an und stand vor der Frau. Sie legte ihren Kopf zur Seite und formte mit ihren Fin-gern ein Zeichen, das Adele wissen ließ, dass die Frau ihn für den richtigen Sari hielt. Und Adele selbst, konnte nicht anders, als ihr zuzustimmen. Er war perfekt.
Es war ein Grün, was in der Sonne einen goldenen Schein hatte, mit einer wundervollen verspielten Stickerei. Adele behielt ihn an und legte ihre Sachen in eine Tasche.
„Was bekommen Sie dafür?“, fragte sie die Frau, aber die schüttelte den Kopf.
„Nichts, der ist nur für Sie und niemanden anderen. Bitte nehmen Sie ihn als Geschenk!“
„Danke, aber Sie haben doch so viel Arbeit damit gehabt. Dann nehmen Sie wenigstens das Geld. Es ist für Ihre Arbeit“, sagte Adele, reichte ihr zehntausend Rupien, legte sie in die Hand der Frau und ging. Die rief ihr hinterher: „Die Götter sollen es Ihnen danken!“
Was sie nicht merkten, dass hinter ihnen ein kleines Mädchen lief, das immer ein Auge auf die beiden geworfen hatte, seit Adele bei dem Armreifenhändler war. Sie gingen immer weiter Richtung Tempel. Dann hörten sie Glocken. Adele kam dieses Geräusch merkwürdig bekannt vor und sie wollte dem auf jeden Fall nachgehen. Konnte es sein, dass Sebastian hier in der Nähe war, als er mit ihr telefoniert hatte?
„Los, komm!“, drängelte Adele Sahra. “Wir gehen da hoch. Ich glaube, da ist ein Tempel.“
„Ach, was soll ich da?“, meinte Sahra. „Ich bin doch nicht gläubig.“
„Darum geht es doch nicht.“
„Nee, lass mal!“
„Na gut, dann gehe ich allein. Warte hier, ich bin gleich wieder da!“
„Ja gut, ich setze mich da unter den Baum.“ Sahra deutete mit dem Daumen über ihre Schulter, auf den besagten Baum.
„Okay.“
Adele stieg die Treppen hoch, sah wie die Frauen sich den Sari über den Kopf legten und machte es nach. Ein kleines Mädchen ging hinter ihr her und stellte sich neben Adele, in die Reihe der betenden Frauen. Sie zupfte Adele am Arm und fragte: aap chandrama hain. Adele traute ihren Ohren nicht.
„Nein, ich bin Adele und du?“
„Ich bin Sunika, meine Daadee Bamita und meine Schwester sind mit unserem Chaacha hier, er betet für den Mond, dass es ihr gut geht und sie sich bald wiedersehen!“
„Er betet für den Mond?“, fragte Adele.
„Ja, denn sie ist weit weg und er kann sie nicht sehen.“ Adele schwieg daraufhin und dachte darüber nach, warum sie heute von allen gefragt wird, ob sie der Mond sei. Sie kam nicht von hier und niemand kannte sie, aber ständig meinten Leute, sie auf den Mond an-sprechen zu müssen. „Wo wohnst du denn?“, flüsterte Sunika noch ganz leise in Richtung Adele, da so langsam Ruhe im Tempel eingekehrt war.
„Im Hotel Krishna, aber sag’s niemandem, okay?“.
„Ja, okay“, versicherte Sunika, schon beinahe verschwörerisch, ehe sie den Finger auf die Lippen legte. „Jetzt müssen wir still sein, das Gebet beginnt.“ Ihre kindliche und dennoch ernste Stimme, ließen die ältere der beiden ge-horchen.
Adele hörte aufmerksam zu was gebetet wurde, dann legten die Frauen eine Opfergabe zu Füßen des Krischnas und bedankten sich für seinen Segen. Auch Adele sollte etwas geben, sie hatte jedoch nur das Brot, was ihr Estell mit-gegeben hatte. Sie holte es raus und legte es ab. Da schaute Sunika nicht schlecht, denn sie hat-te noch nie eine komplett eingepackte Opfergabe gesehen. Sie schnaubte und stupste Adele an.
„Was soll das? Du musst das wenigstens auspacken. Wie soll Krischna das sonst essen können?“
„Oh ja, stimmt. Du hast natürlich recht!“
Sie griff noch einmal nach ihrer Gabe und packte sie aus. „Besser so?“, fragte sie in Richtung Sunika und als diese nicht antwortete, drehte sie sich herum, aber die Kleine war weg. Sie war einfach nicht mehr da.
Adele beendete ihr Gebet mit einer Verbeugung und ging. Als sie aus dem Tempel kam, sah sie die Kleine noch einmal, wie sie in den blauen Bus stieg, der auf sie wartete und ein anders Mädchen immer nach ihr rief. „Sunika Sunika, jaldee karo, ham jaana hai.“ Als sie im Bus verschwunden war, fuhr dieser schnell in westlicher Richtung davon. Adele konnte auf der Straße nur noch hinterherschauen. Sahra stand von ihrer Bank auf und ging zu Adele rüber.
„Was war los da oben? Warum schaust du dem Bus hinterher?“
„Das kleine Mädchen, sie stand neben mir im Tempel.“ Adele erzählte ihr die ganze Geschichte. Sahra staunte nicht schlecht.
Was beide nicht wussten, war die Tatsache, dass die kleine Sunika mit ihrer Schwester über dieses Erlebnis ebenfalls redete und sie aus dem Fenster des Busses schauten, in die Richtung von Adele. Als Jodha Adele in dem grünen Sari sah, sagte sie zu ihrer kleinen Schwester:
„Der Sari schaut aus, wie die Armreifen, die Chaacha Sebastian gekauft hat.“
„Stimmt, ja, du hast recht.“
Adele drehte sich in die Richtung des Busses. In diesem Moment schaute Jodha zurück zu Adele.
„Der Mond.“



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