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Kim Rylee
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  06-01-2018 12:47 06-01-2018 12:47 2  Gelesen 2 Gelesen
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"Fated Shadow I – Die Jagd" Band I der Fantasy-Reihe von Kim Rylee.



Hätte mir jemand diese Geschichte aufgetischt, ich hätte mich genauso verhalten - ich schwör‘s!
Beginnen wir doch einfach am Anfang.
Mein Name ist Aveline. Ich komme aus Inverness, der kleinen Stadt in Schottland, die durch das Monster von Loch Ness Berühmtheit erlangte.
Ich hatte angenommen, mit meinem Freund David würde sich mein Leben zum Positiven verän-dern. Und das wäre auch wohl so gekommen …

… wenn da nicht Samael und Azrael gewesen wären. Mit denen geriet meine Welt aus den Fugen.
Denn diese beiden Herren waren nicht das, was sie vorgaben zu sein und sie ließen nichts unver-sucht, mich in Teufels Küche zu bringen. Warum sie es auf mich abgesehen hatten, war mir indes anfangs nicht klar - bis ich erfuhr, dass sie hinter dem her waren, was ich IN mir trug ...



Leseprobe:



Ihr Schädel schmerzte, und sie spürte ihre Hände und Arme nicht mehr. Langsam schlug sie die Augen auf, während allmählich das Bewusstsein in ihren Kopf zurück kroch. Die Umgebung um sie herum war in Orange- und Rottöne getaucht.
»Na? Aufgewacht?«
Eine Hand ergriff ihr Kinn und hob sanft den Kopf nach oben. Sie verspürte einen wahnsinnigen Durst. Langsam lichtete sich der Schleier und sie sah in das schönste Gesicht, das ihre Augen je erblickt hatten. Er hatte weiche Gesichtszüge und einladend blaue Augen. Doch etwas passte hier ganz und gar nicht zusammen.
»Samael, gib ihr etwas Wasser. Sie soll uns doch nicht verdursten«, befahl er seinem Gefährten. Trotz des Befehls schwang ein sanfter Unterton mit.
Seine Hand löste sich und plötzlich sackte ihr Kopf wieder herunter. Sie spürte, wie ihre Lippen sanft befeuchtet wurden. Automatisch öffnete sie ihren Mund. Ein Schlauch mit Wasser wurde ihr von Samael an die Lippen geführt. Gierig versuchte ihre Zunge, das köstliche Nass in den Mund zu befördern. Nur wenige Tropfen erreichten ihre Kehle, sodass die Freude nicht lang währte.
»Das ist genug«, befahl die Stimme.
Samael entzog ihr den Schlauch.
Erst jetzt registrierte sie, dass dies doch kein Traum war. Man hatte ihre Hände in Ketten über dem Kopf gefesselt. Erschöpft lehnte sie die Stirn gegen den rechten Arm. Wo hatte man sie hingebracht? Alles war nur schemenhaft zu sehen. Es sah aus, als würden sie sich tief unten in einem Gewölbe be- finden. Es war heiß. Sie hörte kein Knistern. Die Hitze schien von den Wänden zu strahlen, denn ein Feuer konnte sie nirgends entdecken. War sie in der Hölle gelandet?
Samael begann um die Gefangene herumzutänzeln und nahm einen kräftigen Schluck aus dem Wasserschlauch. Er schmatzte, nachdem er den Schlauch abgesetzt hatte.
»Wann willst du es tun, Azrael?« Ein Rinnsal von Wasser lief über sein Kinn, und er wischte ihn sich genüsslich mit dem Handrücken weg.
Sie hob leicht den Blick. Wie die regelmäßigen Wellen, die ein Wassertropfen auslöst, wenn er auf die Oberfläche eines Sees auftrifft, strömten die Erinnerungen in ihr Gedächtnis zurück. Sie sah zu dem hochgewachsenen Mann herüber. Sein langes, blondes Haar hatte er hinten zu einem Zopf gebunden. Die Fragmente setzten sich zusammen. Alles wurde klarer und begann einen Sinn zu ergeben.
Azrael. Der Todesengel.
Der Mann, den sie einst geliebt hatte. Und Azrael
hatte sie geliebt. Sie verehrt. Doch das lag bereits eine lange Zeit zurück.
»Jetzt.«
Im fahlen Licht blitzte die Klinge eines Gladius auf, das der Todesengel in der Hand hielt. Niemand konnte ihm das Wasser reichen, wenn es darum ging, das römische Kurzschwert zu führen. Er war der unbestrittene Meister darin, obwohl er diese Waffe seit vielen Jahrhunderten nicht mehr geführt hatte.
»So, Nagual.«

Plötzlich spürte sie seinen Atem. Nur wenige Zentimeter trennten ihre beiden Gesichter.
»Nun wirst auch du spüren, wie es ist, erdgebunden zu sein.« Seine Augen blitzten vor Boshaftigkeit kurz auf und sie musste unweigerlich schlucken. Ihre Kehle und Mundhöhle waren erneut ausgetrocknet, sodass sie nicht in der Lage war, auch nur ein Wort herauszubringen. Schwach blinzelnd blickte Nagual in seine Augen. Sie wollte ihm signalisieren, dass sie noch immer etwas für ihn empfand. Der Plan, den sie verfolgte, schien nicht aufzugehen. Diesen Ausgang hatte sie nicht angestrebt.

Azrael konnte ihrem Blick nicht standhalten. Während er hinter ihrem Rücken verschwand, trat wieder Samael vor sie und legte seinen runden Kopf schief. In seiner Miene trat ein seltsamer Ausdruck und der Dämon legte die Stirn in Falten.
»Sie scheint keine Angst zu haben!« Unterschwellige Enttäuschung begleitete die Worte.
Nagual spürte, wie etwas Spitzes entlang ihrer Wirbelsäule langsam von unten nach oben glitt. Instinktiv bog sich ihr Rücken in ein Hohlkreuz, wollte der drohenden Gefahr entfliehen, auch wenn ihr geschundener Körper kaum noch die Kraft besaß und sie sich nur mit Mühe auf den Beinen halten konnte. Die Erkenntnis kam prompt. Es war zwecklos. Die Fesseln ließen Nagual keine große Bewegungsfreiheit. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Azrael das Kurzschwert hob. Ein fieses Lachen bohrte sich in ihren Ohren, gepaart mit einem Zischen, als das Gladius hinabsauste.
Plötzlich erschauderte ihr Körper. Nagual verspürte einen brennenden Schmerz.
»Aaaaaahhhhh!«
Markerschütternd rasselten die Ketten, als die Hände krampfhaft nach Halt suchten und ins Leere griffen. Ein unerträgliches Brennen überzog ihre Schultern. Kalter Schweiß rann an ihrem Gesicht herunter, vermischt mit Tränen. Lautes, heftiges Keuchen schüttelte sie zusätzlich durch, raubte ihr den Atem. Ihr Körper bäumte sich vor quälender Pein auf. Der Schmerz, der Nagual fast ohnmächtig werden ließ, fraß sich durch jede Faser ihrer Muskeln bis zum Gehirn hoch und drohte, sie in den Wahnsinn zu treiben.
Schließlich gab ihr Geist auf und sie hing kraftlos an den Ketten.
Azrael trat vor die Frau. Kein Mitleid war in seiner Miene zu entdecken.
Blinzelnd bemerkte sie das purpurfarbene Blut, das an dem Gladius herunterlief. Zwei Tropfen versickerten im Sand. Er nahm seinen Umhang und wischte langsam das restliche Blut ab, als ihr klar wurde, was gerade geschehen war.

Er hatte ihr die Flügel abgeschlagen.

*****


»Ist hier noch frei?« Eine tiefe, fast heiser klingende Stimme riss Aveline plötzlich aus ihren Gedanken.
Ein junger Mann, mit dunklem schulterlangen Haar, das oben kurz geschnitten war, sah sie fragend an. Sie schätzte das Alter des Mannes um die Zwanzig. Er schaute sie aus schwarzen Augen an, die gut zu seinem leicht mongolisch angehauchten Aussehen passten. Er trug eine beige-farbene Workerjeans. Dazu ein verschlissenes Unterhemd, das vermutlich einmal weiß gewesen war. Es hatte schon seit Längerem keine Waschmaschine mehr von innen gesehen.
Sie nickte knapp.
Er schmiss seine Tasche auf den Boden und fläzte sich in den Sitz neben ihr. Eine dichte Wolke aus kaltem Zigarettenrauch und Alkohol hüllte sie ein. Aveline drückte ihren Rücken tiefer in das harte Polster des Sitzplatzes und hoffte so, dem Geruch entgehen zu können. Zu ihrem Bedauern konnte sie dem nicht ausweichen.
»Hallo. Ich bin Samael, und du bist ...?« Er reichte ihr seine Hand, die sie kurz musterte.
Ihr fielen sofort die gelben Fingerkuppen auf. Sie vermutete, dass es vom vielen Rauchen herrührte.
»Nicht interessiert«, rümpfte sie die Nase und starrte dann schweigend aus dem Fenster, hoffend, dass er die Botschaft verstanden hatte. Innerlich betete sie, dass er sie in Ruhe lassen würde.
»Na gut. Dann eben nicht. Doch wir werden bestimmt noch viel Spaß auf dieser Reise haben.«
Avelines Augen weiteten sich. Jetzt hatte er ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie starrte ihn verwundert an.
›Was meinte er damit, wir würden Spaß haben?‹ Überlegte sie und spürte, wie das Blut in immer schneller werdenden Tempo durch ihre Adern rauschte.
»Ach ja? Wie das?« Die Frage kam arroganter herüber, als sie es eigentlich beabsichtigt hatte.
»Wohin fährst du?« Er ließ sich nicht beirren.
»London.« Schoss sie ihm knapp entgegen.
Er grinste.
»Aha. London. Eine wunderschöne Stadt. Ich fahre nach Edinburgh.«
Innerlich atmete sie erleichtert auf. Er würde also früher aus dem Zug steigen.
Samael stützte den Arm auf die Lehne zwischen ihnen, sodass er seinen Oberkörper näher zu ihr beugen konnte. Langsam hob er die rechte Hand und streckte den Zeigefinger vor, der sich gemächlich Avelines Oberarm näherte.
Ein mulmiges Gefühl beschlich sie. Gleichzeitig begann ihr Puls sich zu beschleunigen.
»Was machst du in London?« Nun berührte der gelbe Finger bereits ihren nackten Oberarm und strich langsam darüber. Es fühlte sich rau an und kratzte auf ihrer Haut, wie grobes Schmirgelpapier. Schwielen und Hornhaut bedeckten seine Fingerkuppen.
›Zärtliche Liebhaberhände fühlen sich anders an‹, dachte Aveline und erschauderte. Jedoch mehr vor Ekel, als vor Entzückung. Sein Annäherungsversuch war ihr so unangenehm, dass sie ihren Oberkörper immer mehr gegen das Fenster drängte. Viel Raum ließ sich zwischen ihnen jedoch nicht gewinnen.
»Ich ziehe zu meinem Freund«, entgegnete sie schnippisch.
Abrupt zog Samael die Hand zurück.
Ein überhebliches Grinsen legte sich über Avelines Gesicht. Erleichtert bemerkte sie, wie es ihm unangenehm war, als sie David erwähnte, sodass ihre Körperhaltung sich ein wenig entspannte.
»Dein Freund lässt dich den ganzen Weg allein fahren?« Sichtlich darüber erfreut, dass sie sich nicht weiter von ihm zurückziehen konnte, rückte er mit seinem Oberkörper wieder näher zu ihr herüber.
»Ich hätte es nie zugelassen, dass du alleine reist.« Er grinste sie spitzbübisch an.
Erneut presste Aveline ihren Rücken in Richtung Fenster, doch die Holzklasse war gnadenlos und wollte einfach nicht nachgeben. Sie spürte einen Würgereiz, während sein unangenehmer Geruch sie in Gänze einzuhüllen schien und ihr jeglichen Sauerstoff zum Atmen nahm. Aveline musste unweigerlich schlucken, als sie versuchte, den Reiz zu unterdrücken.
»Glaubst du etwa, ich bin zu blöd, um allein zu reisen?« Entgegnete sie forsch.
Er richtete den Oberkörper auf, wie ein Kaninchen, das nach dem Feind Ausschau hielt und winkte schließlich ab.
»Wo denkst du hin? Natürlich nicht. Doch schöne Mädchen sollten nie ohne Begleitung unterwegs sein. Wer weiß, was da passiert?«
Skeptisch sah sie ihn an. »Wie meinst du das?«
»Na, wer weiß, an was für Typen du unterwegs
geraten könntest?«
»Du meinst ... Typen wie dich?« Sofort presste sie die Lippen zusammen. Eigentlich wollte sie ihn nicht herausfordern. In diesem Moment wusste sie, dass sie einen Fehler gemacht hatte. Was war nur in sie gefahren? Er sollte sie doch nur in Ruhe lassen.
Samael lachte laut auf und setzte sich breitbeinig in seinen Sitz zurück.
»Nein. Vor mir brauchst du dich nicht zu fürchten«, erwiderte er mit verschwörerischer Miene. »Ich werde gut auf dich aufpassen.«
Als er ihr zuzwinkerte, beschleunigte sich ihr Puls für einen kurzen Moment. Sie sah, wie er seine Hand hob und befürchtete einen weiteren Annäherungsversuch.
Sie hielt kurz den Atem an und beobachtete, wie seine Hand umständlich zur Seite glitt, um in der Hosentasche nach etwas zu suchen. Schließlich zog er eine kleine Packung Tabak hervor, öffnete sie und drehte sich eine Zigarette. An Selbstbewusstsein schien es Samael jedenfalls nicht zu mangeln.

Plötzlich wurde es laut, als weitere Passagiere, zwei Männer und eine junge Frau, grölend den Waggon betraten. Ein älteres Ehepaar störte sich an dem Benehmen der Gruppe. Als die Frau versuchte, ihrem Ärger lautstark Luft zu machen, beugte sich der Große zu ihnen hinunter. Sofort verstummte die alte Dame und rutschte dabei fast vom Sitz herunter. Beschwichtigen hob ihr Ehemann die Hände. Es war offensichtlich, dass die beiden Männer bereits einiges an Alkohol getankt hatten. Sie würden sich nicht den Spaß nehmen lassen, mit den aufmüpfigen Fahrgästen eine kleine Auseinandersetzung auszufechten.
Aveline seufzte leise. Ihre erste Zugreise hatte sie sich anders vorgestellt.

»Hey Sami! Da bist du ja«, lallte der Größere von beiden lautstark und näherte sich ihnen. Mit einem Handschlag grüßte er ihren Sitznachbarn. Als er sich zu seinem Freund herunter beugte, umhüllte sie ein weiterer Schwall von Alkohol und anderen Ausdünstungen. Entsetzt wedelte Aveline mit der Hand vor dem Gesicht und hoffte so, den Geruch vertreiben zu können.

Der Neuankömmling war hoch gewachsen. Aveline schätzte ihn auf stattliche ein Meter neunzig. Sofort stachen ihr sein sportlicher Körperbau, zusammen mit dem naturblonden Haar, ins Auge. Für einen groben Kerl besaß er eher weiche Gesichtszüge, aus denen wunderschöne blaue Augen, fast liebevoll, herausschauten. Hätte er sich gewaschen und würde statt einem mit Löchern unter den Achseln gespickten T-Shirt anständige Klamotten tragen, wäre er bestimmt eine positive Erscheinung und ihr aufgefallen.

»Hallo Azrael! Schön, dass du es doch noch rechtzeitig geschafft hast.«
Samael stand auf und drückte den Mann, der ihn um gut vierzig Zentimeter überragte, brüderlich an seine Brust.
Aveline musste innerlich schmunzeln, als sie die ungleichen Freunde beobachtete.
»Du weißt, dass du mich nicht so nennen sollst«, schalt er seinen Freund und boxte ihn in die Seite, sodass Samael die Augen verdrehte, während ihm kurz die Luft wegblieb.
Azrael schob den Freund mit einer lässigen Bewegung zur Seite und schaute zu Aveline, die auf dem Sitz kauerte, herüber. Während seine Augen ihren gesamten Körper abtasteten, fuhr ihr ein Schauer den Rücken herunter.
»Wer ist denn die Süße neben dir?« Seine stechend blauen Augen durchbohrten sie, sodass Aveline den Blick von ihm abwenden musste, und verstohlen aus dem Fenster schaute.



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